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Wasserversorgung auf der Alp

Die Alpen sind bekannt als "Wasserschloss Europas". Der Klimawandel beeinflusst den Alpenraum jedoch besonders stark – Starkniederschläge und lange Trockenperioden werden häufiger. In besonders trockenen Jahren kommen plötzlich auch Alpgebiete, die bis anhin genügend Niederschlag hatten, in Wassernot. Eine Verbesserung der Wasserversorgung wird für immer mehr Alpbetriebe zum Thema. Beispiele von Massnahmen, wie dies bewerkstelligt werden kann, sowie Hilfsmittel für die Praxis werden hier vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Wasserversorgung auf der Alp

Alpwirtschaft im Klimawandel

Verbuschung und Problempflanzen auf der Alp

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Hintergrund

Für die Sömmerung können die Veränderungen im Wasserhaushalt und Klima unter anderem ein zeitlich verschobenes Futterangebot, eine reduzierte Produktion und Stress bei den Tieren bedeuten. Weiter werden auch Betriebsabläufe auf der Alp, beispielsweise bei der Milchverarbeitung, beeinflusst.

Wie gehen verschiedene Alpbetriebe mit diesen Herausforderungen um? Welche Faktoren beeinflussen den Wasserhaushalt eines Alpbetriebes entscheidend? Welche Möglichkeiten gibt es, um die Wasserversorgung und -speicherung zu verbessern und wie werden die Massnahmen umgesetzt? Inwieweit kann das Weidemanagement an veränderte Bedingungen angepasst werden?

Diese und weitere Fragen werden hier behandelt.

Forum nachhaltiges Wassermanagement in der Landwirtschaft

Das Forum nachhaltiges Wassermanagement in der Landwirtschaft dient als Drehscheibe rund um den nachhaltigen Umgang mit Wasser in der Landwirtschaft.

Zum Thema Wassermanagement im Sömmerungsgebiet gibt es eine eigene Arbeitsgruppe. Wenn Sie dieses Thema zusammen mit Gleichgesinnten weiterentwickeln möchten, machen Sie in der Arbeitsgruppe mit. Mehr dazu auf der Vereinsseite des Forums.

Weitere Informationen:

➔ Forum nachhaltiges Wassermanagement – Informationsflyer

➔ Forum nachhaltiges Wassermanagement – Wissensplattform

Praxisbeispiele

Fünf Portraits zur Wasserversorgung im Schweizer Sömmerungsgebiet

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In fünf Portraits zeigen die AGRIDEA und die Schweizer Berghilfe, wie Alpgebiete mit der zunehmenden Wasserknappheit umgehen.

Alpbewirtschafter/innen, Alpeigentümer/innen, Berater/innen und weitere Akteure sollen von den vorhandenen Erfahrungen und dem vielfältigen Wissen aus den Projekten profitieren und eigene, nachhaltige Strategien entwickeln können.

Die einzelnen Projekte sind:

  1. Breccaschlund (FR) – Urlandschaft ohne Bäche
  2. Schinboden (SZ) – Wasserverteilung im Geist der Allmeind
  3. Selamatt (SG) – Notfallplan dank Beschneiungsanlagen
  4. Le Suchet (VD) – Die afrikanische Steppe der Schweiz
  5. Untervazer Alpen (GR) – Mit dem richtigen Druck von der Quelle zur Tränke

Wassernutzung auf den Alpen – Sammlung von Best-Practice Beispiele aus dem Alpenraum

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Wasser als wertvolle Ressource auf den Alpen nachhaltig managen: Dieses Thema steht auch bei der ARGE ALP, der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer, im Fokus.

Im Rahmen eines Projekts wurden Praxisbeispiele aus dem Alpenraum gesammelt und auf einer Webseite aufbereitet.

Weitere Informationen:

➔ ARGE ALP – Details zum Projekt „Alpines Wassermanagement“

➔ Kanton Tessin – Acqua sugli alpeggi (nur auf Italienisch)

➔ Kanton Tessin – Gestione sostenibile dell’acqua sugli alpeggi (nur auf Italienisch)

Zwei Beispiele aus der Valle Leventina im Tessin und aus aus dem Trentino (IT) werden in einem Video vorgestellt:

Kanton Tessin – Nachhaltiges Wassermanagement auf Almen und Alpen

Merkblätter und Leitfäden

Massnahmen, Kosten und Projektplanung

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In diesem Merkblatt, herausgegebenen von Prométerre, dem Büro Montanum und der Société vaudoise d’économie alpestre, werden verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung auf Alpbetrieben vorgestellt.

Für jede Massnahme werden Angaben zu den allgemeinen Charakteristiken, Vor- und Nachteilen sowie den Kosten gemacht.

Das Merkblatt behandelt folgende Themen:

  1. Unteridische Zisterne
  2. Mobile Speicher
  3. Teiche zum Auffangen von Regenwasser
  4. Wasserspeicherbecken
  5. Sammlung von Dachwasser
  6. Quellwasserfassung
  7. Wasserleitungen
  8. Wasserpumpen
  9. Projektplanung und Finanzierung

Fact Sheet mit Beispielmassnahmen

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In einem kurzen Merkblatt zeigt die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) Beispiele von Massnahmen auf, welche kurz- und längerfristig umgesetzt werden können, um mit der zunehmenden Wasserknappheit in der Berglandwirtschaft und Alpwirtschaft umzugehen.

Agrarökologische Teiche

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Agrarökologische Teiche versorgen Nutztiere auf der Alp mit Trinkwasser und bieten zudem Lebensraum für zahlreiche Tierarten und binden sich gut in die Landschaft ein.

Der Naturpark Jura vaudois hat zusammen mit der Stiftung info fauna ein Merkblatt zum Anlegen von agrarökologischen Teichen im Alpgebiet erstellt. Das französischsprachige Merkblatt kann auf der Webseite des Naturparks heruntergeladen werden.

Der Kanton Waadt hat zusätzlich eine angepasste Version des Merkblatts herausgegeben.

Anpassung an Wasserknappheit auf Alpen – Katalog der Praktiken 2025

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Dieser Katalog listet verschiedene Anpassungsmöglichkeiten für die Weidewirtschaft auf, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Auswirkungen der Massnahmen. Der Katalog dient als Entscheidungshilfe für die Verwalter/innen von Schutzgebieten und alle Akteur/innen, die von den Herausforderungen der Wasserknappheit in den Alpen betroffen sind. Er wurde im Rahmen des europäischen Projekts ACLIMO erstellt, das darauf abzielt, die französisch-italienischen Alpenregionen bei der Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels und der Verringerung der Wasserressourcen zu unterstützen und gleichzeitig das Naturerbe zu bewahren.

Informationen zur Wasserspeicherung und -versorgung von Tränkewasser

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In einem französischsprachigen Praxisleitfaden werden wichtige Überlegungspunkte zur Wasserspeicherung und Tränkung der Nutztiere im Sömmerungsgebiet erklärt.

Der Leitfaden richtet sich an Bewirtschafter/innen und Eigentümer/innen von Alpbetrieben.

Erarbeitet wurde er in einem Projekt der französischen Convention Interrégionale pour le Massif Alpin (CIMA; Interregionale Konvention für das Alpenmassif).

Berichte von Veranstaltungen

Auswirkungen der Klimakrise auf das «Wasserschloss Alpen» an der Konferenz ZukunftsForum Alpen (2025)

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Vom 27.-28. Juni 2025 fand in Schaan, Liechtenstein, mit dem ZukunftsForum Alpen eine Tagung zum Thema Wasser als Lebensraum und Ressource im Alpenraum statt.

Das Liechtensteiner ZukunftsForum Alpen steht unter dem Patronat der Regierung des Fürstentums Liechtenstein und wird von der CIPRA International organisiert sowie von der Gemeinde Schaan finanziell unterstützt.

Auf der Webseite des ZukunftsForums Alpen befinden sich das Programm sowie die Präsentationen und Rsultate der Konferenz.

Herausforderungen im Wassermanagement auf Alpen an der BlueArk Conférence (2025)

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Die BlueArk Conférence 2025 befasste sich an einer Fachsession mit aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Wassernutzung auf Alpbetrieben. Nach zwei einleitenden Vorträgen zum Wassermanagement in der Sömmerung in den Alpen und im Jura wurden die Diskussionen zu drei Themenbereichen fortgesetzt: Wasser und Biodiversität, Quantifizierung des Wasserbedarfs und Vereinbarung des Wasserbedarf von Tourisums und Weidewirtschaft.

Veranstaltungen des SAV zu Wasser und Klimwandel (2024)

Wassermanagement und Energieversorgung an der Alpexkursion (2023)

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Im Fokus der Alpexkursion 2023, welche von der AGRIDEA und der SAB im Rahmen der Dialogplattform „Forschung – Praxis in der Berglandwirtschaft“ gemeinsam durchgeführt wurde, standen Wassermanagement und Energieversorgung auf der Alp.

Es wurden verschiedene Alpbetriebe in den Kantonen Freiburg und Waadt besucht, auf denen bereits Projekte und Massnahmen für eine Sicherung der Wasser- und Energieversorgung umgesetzt wurden. Ein zusätzlicher Schwerpunkt wurde auf das Juragebiet und dortige Lösungsansätze im Umgang mit der Trockenheit gelegt.

Programm, Präsentationen sowie Details zu den besuchten Projekten sind bei der SAB verfügbar:

Forschungs- und Beratungsprojekte

Entwicklung eines Tools zum Abschätzen der Wasserbilanz auf Alpbetrieben

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Im Forschungsprojekt „Wassermanagement im Sömmerungsgebiet“ der BFH-HAFL wird ein Hilfsmittel für Alpbetriebe entwickelt, damit diese ihren Wasserverbrauch und die Wasserverfügbarkeit abschätzen können.

Die Entwicklung eines Tools zur Ermittlung der Wasserbilanz über die Alpsaison hinweg dient dazu, Wasserengpässe und Wasserüberschüsse zu identifizieren. Daraus lässt sich der Handlungsbedarf abschätzen sowie zukünftige Strategien für das Wassermanagement entwickeln.

In der Masterarbeit an der BFH-HAFL werden die folgenden Fragen bearbeitet:

  • Welche Faktoren beeinflussen den Wasserhaushalt eines Alpbetriebes entscheidend?
  • Wie lassen sich die Wasserverfügbarkeit und der Wasserbedarf eines Sömmerungsbetriebes methodisch sinnvoll abbilden und welche Grundlagen braucht es dazu?
  • Kann die ermittelte Wasserbilanz Aufschluss über gewisse Problemherde oder Schwachstellen im Wassersystem eines Alpbetriebs geben?
  • Wie könnte die Wassersituation in der Zukunft unter den veränderten klimatischen Bedingungen aussehen?

Es ist geplant anhand von zwei Fallstudienalpen das erarbeitete Tool auf seine Anwendbarkeit zu testen. Vorab wurden mittels Interviews alle relevanten Daten zur Abschätzung der Wasserbilanz zusammengetragen sowie einige Richtwerte anhand der vorhandenen Literatur festgelegt.

Wassermanagement auf Sömmerungsbetrieben, BFH-HAFL 2024

Grenzüberschreitende Projekte zum Rückgang der Wasserressourcen in den Alpen

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Im Rahmen des europäischen Programms zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ALCOTRA (Alpes Latines Coopération Transfrontalière ; grenzüberschreitende Zusammenarbeit lateinische Alpen) werden derzeit zwei Projekte durchgeführt, die sich mit der Abnahme der Wasserressourcen im Alpenraum befassen:

  • Projekt BECCA (auf Französisch) – In diesem Projekt werden kleine und mittelgrosse Wasserspeicherbecken entwickelt und erstellt, sowie auch Speicherbecken mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt, die besser in ihre Umgebung integriert sind und „naturnahe Techniken“ anwenden. Daneben werden die Risiken, die mit dem Vorhandensein von Wasserspeicherbecken verbunden sind, analysiert.
  • Projekt ACLIMO (auf Französisch) – Zu den Hauptaktivitäten gehört die Analyse des Erhaltungszustands der wichtigsten Alpbetriebe des Gebiets und die Umsetzung von Massnahmen zur Erhaltung der Biodiversität auf Pilotalpen.
Impressum

Titelbild: Esther Haesen, AGRIDEA

Ein Projekt von:

Logo AGRIDEA
Logo SAV

Kontakt:

Esther Haesen, AGRIDEA

Selina Droz, SAV

Umwelt und Klima auf der Alp

Alpwirtschaft im Klimawandel