Einführung: Automatisches Melken in der Produktion von AOP-Käse
Das Melken von Kühen ist eine zeitaufwendige und intensive Aufgabe, die täglich erledigt werden muss. Diese Tätigkeit ist oft einer der Gründe, warum junge Landwirte die Haltung von Rindern gegenüber Milchkühen bevorzugen. Der Rückgang der Milchviehbetriebe ist in der Schweiz, aber auch in ganz Europa ein deutlicher Trend und gibt Anlass zu grosser Sorge.
Das automatisierte Melksystem könnte eine sinnvolle Lösung sein, um die Arbeitsbelastung des Landwirts zu reduzieren. Einige behaupten jedoch, dass die mit dieser Technik erzielte Milchqualität geringer ist als die eines herkömmlichen Melksystems wie Rohrmelkanlage oder Melkstand und daher für die Herstellung von hochwertigem Käse nicht geeignet ist. Hintergrund ist die Annahme, dass die mechanische Einwirkung oder die Melkintervalle die Wand der Fettkügelchen labiler machen, wodurch freie Fettsäuren freigesetzt werden. Diese können dem Käse, der mehrere Monate reift, einen ranzigen Geschmack verleihen.
Agroscope hat eine riesige, achtjährige Studie gemacht und 73 Milchproduzenten in der Schweiz untersucht, um das Thema zu checken. Die kompletten Ergebnisse und Details findest du in dieser Publikation, aber Agridea und Agroscope haben sich gedacht, dass sie die wichtigsten Infos in einer super kompakten Form für ein breiteres Publikum zugänglich machen wollen und haben deshalb diese Agripedia Seite erstellt.
Autor:
John Haldemann, Thomas Manser, Linda Reissig, Hélène Berthoud und Jeanine Ammann, AGROSCOPE
Redaktionelle Mitarbeit:
Sanzio Rombini, AGRIDEA