Themen
Wertschöpfung

Wege zum Wandel: Faktoren für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft

Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft erfordert das abgestimmte Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft. Entscheidend für die Transformation sind neben technologischen Innovationen vor allem förderliche Rahmenbedingungen, neue Formen der Zusammenarbeit und ein Bewusstseinswandel entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Inhaltsverzeichnis

Die Kreislaufwirtschaft in der Land- und Ernährungswirtschaft

Warum Kreislaufwirtschaft?

Wege zum Wandel: Faktoren für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft

Fortschritt sichtbar machen: Messbarkeit & Monitoring in der Kreislaufwirtschaft

Circular Lab: Innovationsraum für Kreislaufwirtschaft

Diese Artikel behandelt die zentralen Einflussfaktoren, den Handlungsbedarf und die Handlungsoptionen und benennt die wichtigsten Akteure für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft.

Zentrale Einflussfaktoren, Handlungsbedarf und Handlungsoptionen

Die folgende Abbildung fasst die wesentlichen Einflussfaktoren für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft in sieben Clustern zusammen und zeigt die jeweiligen Handlungsoptionen auf. Entscheidend wird sein, strukturelle Hürden abzubauen, Wissen zu teilen, Akteure besser zu vernetzen und gesellschaftliches Bewusstsein zu stärken – damit Kreislaufwirtschaft nicht nur als theoretisches Leitbild, sondern als gelebte Praxis verankert wird. 

Relevante Akteure

Die Untersuchungen zum Wandel hin zur Kreislaufwirtschaft verdeutlichen zudem, dass dieser von einem komplexen und vielschichtigen Akteursgefüge geprägt ist:

Endverbraucher:innen Haben grosse Marktmacht, treffen ihre Entscheidungen jedoch häufig aus ökonomischen statt ökologischen Gründen  
Grossverteiler & Gastronomie  Können über Angebot, Preise und Kommunikation nachhaltige Kaufentscheidungen fördern und Bewusstsein schaffen  
Produzierende Betriebe  Brauchen klare wirtschaftliche Anreize und praxisnahes Wissen, um zirkuläre Produktionsweisen umzusetzen  
Regionale Netzwerke  Fördern Kooperation, Austausch und Wissenstransfer zwischen Akteuren  
Wissensakteure (Bildungs- und Forschungsinstitutionen, Beratungsstellen)  Unterstützen die Umsetzung durch praxisnahe Beispiele, Pilotprojekte und anwendungsorientierte Innovationen
Regulierende Instanzen  Sollten Anreize setzen und Rahmenbedingungen schaffen, ohne Unternehmen mit Vorgaben zu überlasten  
Regionale Entscheidungsträger:innen / Regionalentwicklung  Stärken sektorübergreifende Zusammenarbeit und koordinieren Initiativen in der Region 

Während oft eine einzelne Gruppe als Hauptverantwortliche für den Wandel betrachtet wird, zeigt sich in der Realität, dass alle Akteure gemeinsam Verantwortung tragen. Ein erfolgreicher Übergang zur Kreislaufwirtschaft erfordert daher koordiniertes Handeln auf mehreren Ebenen.

Impressum

Autor/innen

Laura Koller, Ostschweizer Fachhochschule

Redaktionelle Mitarbeit

Sanzio Rombini, AGRIDEA
Prof. Dr. Oliver Christ, Ostschweizer Fachhochschule

Quellen:

Benton, T. (2024). Food systems futures and how to achieve them. In J. D’Silva & C. McKenna (Hrsg.), Regenerative Farming and Sustainable Diets (S. 29–35). London: Routledge. https://doi.org/10.4324/9781032684369-6

Del Río, P., Kiefer, C. P., Carrillo-Hermosilla, J. & Könnölä, T. (2021). The Circular Economy. Cham: Springer International Publishing. https://doi.org/10.1007/978-3-030-74792-3 

Geissdoerfer, M., Santa‐Maria, T., Kirchherr, J. & Pelzeter, C. (2023). Drivers and barriers for circular business model innovation. Business Strategy and the Environment32(6), 3814–3832. https://doi.org/10.1002/bse.3339 

Govindan, K. & Hasanagic, M. (2018). A systematic review on drivers, barriers, and practices towards circular economy: a supply chain perspective. International Journal of Production Research56(1-2), 278–311. https://doi.org/10.1080/00207543.2017.1402141 

Hauser, K., Imboden, R., Zenklusen Mutter, E. & Zürcher, E. (2022). Kreislaufwirtschaft in ländlich abgeschlossenen Regionen. Ein Leitfaden zur Gestaltung des Übergangs (Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis AG & RethinkResource GmbH, Hrsg.). 

Jesus, A. de & Mendonça, S. (2018). Lost in Transition? Drivers and Barriers in the Eco-innovation Road to the Circular Economy. Ecological Economics145, 75–89. https://doi.org/10.1016/j.ecolecon.2017.08.001 

Kirchherr, J., Piscicelli, L., Bour, R., Kostense-Smit, E., Muller, J., Huibrechtse-Truijens, A. et al. (2018). Barriers to the Circular Economy: Evidence From the European Union (EU). Ecological Economics150, 264–272. https://doi.org/10.1016/j.ecolecon.2018.04.028 

Tura, N., Hanski, J., Ahola, T., Ståhle, M., Piiparinen, S. & Valkokari, P. (2019). Unlocking circular business: A framework of barriers and drivers. Journal of Cleaner Production212, 90–98. https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2018.11.202 

Kreislaufwirtschaft in der Land- und Ernährungswirtschaft

Warum Kreislaufwirtschaft? Fortschritt sichtbar machen: Messbarkeit & Monitoring in der Kreislaufwirtschaft