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Fortschritt sichtbar machen: Messbarkeit & Monitoring in der Kreislaufwirtschaft

Damit Kreislaufwirtschaft gezielt umgesetzt und weiterentwickelt werden kann, braucht es klare Messgrössen. Nur wenn Fortschritte systematisch erfasst werden, lassen sich Massnahmen steuern, vergleichen und verbessern – für Unternehmen ebenso wie für Politik und Gesellschaft.

Inhaltsverzeichnis

Die Kreislaufwirtschaft in der Land- und Ernährungswirtschaft

Warum Kreislaufwirtschaft?

Wege zum Wandel: Faktoren für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft

Fortschritt sichtbar machen: Messbarkeit & Monitoring in der Kreislaufwirtschaft

Circular Lab: Innovationsraum für Kreislaufwirtschaft

Zwar existieren heute hunderte von Kennzahlensystemen zur Kreislaufwirtschaft, doch sie sind stark fragmentiert, oft wenig aufeinander abgestimmt und in der Praxis schwer anwendbar. Besonders in komplexen Branchen wie der Land- und Ernährungswirtschaft fehlt es an klarer Orientierung, welche Kennzahlen wirklich relevant sind und wie sie sinnvoll eingesetzt werden können.

Vor diesem Hintergrund entsteht im Circular Lab ein mehrdimensionales Ordnungssystem, das bestehende Ansätze bündelt und strukturiert. Es verbindet wissenschaftliche Konzepte mit praktischen Anforderungen und berücksichtigt zugleich neue internationale Standards – insbesondere die ISO-Norm 59020, die erstmals ein einheitliches Rahmenwerk zur Messung von Kreislaufwirtschaft vorgibt.

ISO 59020: Ein strukturierter Rahmen für die Messung von Kreislaufwirtschaft

Die ISO 59020 definiert zentrale Prinzipien und Kennzahlen, mit denen sich Kreislaufleistung systematisch erfassen lässt. Ziel ist es, Messungen vergleichbar, nachvollziehbar und international anschlussfähig zu machen. Die ISO 59020 arbeitet mit verpflichtenden und optionalen Kennzahlen und ist kompatibel mit bestehenden Normen wie ISO 14001 oder ISO 26000. Die Norm unterscheidet mehrere Kategorien:

  • Ressourcen-Zuflüsse (Resource Inflows)
    Hier wird gemessen, in welchem Ausmass eingesetzte Materialien bereits zirkulär sind. Im Fokus stehen etwa der Anteil wiederverwendeter, recycelter oder erneuerbarer Rohstoffe. Ziel ist es, den Wert von Ressourcen möglichst lange zu erhalten und Primärrohstoffe zu ersetzen.
  • Ressourcen-Abflüsse (Resource Outflows)
    Diese Kategorie betrachtet, was mit Produkten und Materialien nach der Nutzung geschieht. Erfasst werden unter anderem Wiederverwendung, Recycling, biologische Rückführung sowie nicht-zirkuläre Abflüsse wie Abfälle oder Emissionen. Der Fokus liegt darauf, Stoffkreisläufe zu schliessen und Verluste zu minimieren.
  • Energie und Wasser
    Optionale Kennzahlen erfassen den Einsatz erneuerbarer Energie, den Umgang mit Wasser sowie Effizienzkennzahlen. Damit wird Kreislaufleistung über Materialfragen hinaus erweitert und der verantwortungsvolle Umgang mit zentralen Ressourcen sichtbar gemacht.
  • Wirtschaftliche Aspekte
    Hier wird die wirtschaftliche Dimension der Kreislaufwirtschaft betrachtet, etwa durch Materialproduktivität oder den Zusammenhang zwischen Ressourceneinsatz und wirtschaftlichem Wachstum. Ziel ist es, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln.

Durch diese strukturierte Zuordnung wird klar, welche Arten von Kennzahlen Betriebe und Institutionen erfassen können, um ihre Kreislaufleistung systematisch zu messen. Die ISO 59020 schafft damit eine gemeinsame Sprache für Messbarkeit und bildet eine wichtige Grundlage für weiterführende, praxisnahe Monitoring- und Steuerungssysteme, wie sie im Circular Lab entwickelt werden.

Impressum

Autor/innen

Laura Koller, Ostschweizer Fachhochschule

Redaktionelle Mitarbeit

Sanzio Rombini, AGRIDEA
Prof. Dr. Oliver Christ, Ostschweizer Fachhochschule

Quellen

International Organization for Standartisation. (2024). ISO 59020: 2024: Circular economy – Measuring and assessing circularity performance (1st. ed.)

Kreislaufwirtschaft in der Land- und Ernährungswirtschaft

Wege zum Wandel: Faktoren für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft Circular Lab: Innovationsraum für Kreislaufwirtschaft