Circular Lab: Innovationsraum für Kreislaufwirtschaft
Das Circular Lab fördert die Kreislaufwirtschaft in der Land- und Ernährungswirtschaft der Bodenseeregion. Das Lab arbeitet an einem nachhaltigen Ernährungssystem mit geschlossenen Stoffströmen und gestärkter regionaler Wertschöpfung. Schwerpunkte sind Ökosystemanalysen, nachhaltige Boden- und Flächenplanung sowie praxisnahe Kennzahlensysteme zur Unterstützung von Betrieben und Akteuren.
Das Circular Lab in der Vierländerregion Bodensee vernetzt Hochschulen und Praxispartner, um zirkuläre Ansätze gemeinsam voranzubringen. Die Circular Lab Konferenz schafft zusätzlich einen Raum, in dem Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammenkommen, um wirksame Wege für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem zu diskutieren und den Wandel hin zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft aktiv zu gestalten – Sie sind herzlich eingeladen!
Das Circular Lab ist ein Hub für Kreislaufwirtschaft in der Textil- sowie der Landwirtschafts- und Ernährungsindustrie.
Das Lab entwickelt und realisiert zirkuläre Innovationen in unternehmensübergreifenden Ökosystemen, die den Ressourceneinsatz in diesen Branchen erheblich verringern und zugleich die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Vierländerregion Bodensee stärken.
Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft in der Bodenseeregion umzusetzen und zu verankern und die Wettbewerbsfähigkeit der Grossregion langfristig zu stärken.
Das Konsortium umfasst sechs Hochschulen und 30 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Das Circular Lab wird durch das Programm Interreg VI «Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein» (ABH) gefördert, dessen Mittel vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und vom Schweizer Bund zur Verfügung gestellt werden.
Das Branchencluster Land- und Ernährungswirtschaft im Circular Lab verfolgt die Vision eines nachhaltigen Ernährungssystem in der Bodenseeregion, in dem die Stoffströme kreislaufförmig organisiert sind und die regionale Wertschöpfung gestärkt wird.
Das Denken in Kreisläufern fördert neue Kooperationsformen über Grenzen hinweg und trägt zu einer harmonischen, wertschätzenden und prosperierenden Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft bei.
Wir entwickeln Grundlagen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die dazu führen, dass Kreislaufdenken und -handeln selbstverständlich werden und damit der Ressourcen- und Energieverbrauch reduziert, Abfälle und Schadstoffemissionen minimiert und fruchtbare Böden gefördert werden.
Um diese Vision umzusetzen, konzentriert sich das Cluster auf drei Stossrichtungen:
Ökosystemanalyse
Nachhaltige Boden- und Flächenplanung
Kennzahlensysteme und Managementinstrumente
1. Ökosystemanalyse
Im ersten Schwerpunkt wurde eine regionale Befragung in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt, um Stoffströme sowie bestehende Netzwerke und Kooperationsstrukturen besser zu verstehen. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für den Anlass «Kreisläufe schliessen, Regionen stärken» am 4. März 2026 im St. Galler Rheintal, der Austausch, Vernetzung und neue Kooperationen förderte. Weitere Austauschformate sind in Planung.
2. Nachhaltige Boden- und Flächenplanung
In diesem Schwerpunkt wurde eine zirkularitätsorientierte Arbeitsgrundlage für eine nachhaltige Boden- und Flächennutzung entwickelt. Das Modell zeigt, wie Flächen geschont, bestehende Nutzungen optimiert und ökologische Regenerationsprozesse gestärkt werden können.
Ergänzend entsteht ein Bodenbewertungstool, das neben ökonomischen auch ökologische und soziale Dimensionen berücksichtigt. Parallel werden Verfahren zur Erfassung von Bodenverdichtungen erarbeitet, um fundierte und bodenschonende Entscheidungen zu unterstützen.
«Zirkularitätsorientierte Arbeitsgrundlage für die Boden- und Flächenplanung», eigene Darstellung in Anlehnung an die Flächenverbrauchshierarchie der EU-Bodenstrategie sowie an die vier Flows der Kreislaufwirtschaft (vgl. Warum Kreislaufwirtschaft? – Agripedia).
3. Kennzahlensysteme und Managementinstrumente
Der dritte Schwerpunkt fokussiert auf die Entwicklung eines praxisnahen Rahmenwerks für Kreislaufindikatoren. Dafür wurden über 1’300 Indikatoren analysiert und gebündelt.