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Wertschöpfungskette Schweizer Milch

Dieser Artikel beschreibt die Schweizer Milchwirtschöpfungskette von der Produktion bis zur Verarbeitung. Er analysiert die wirtschaftlichen Herausforderungen, die Vielfalt der Akteure, die Preisbildung und die Marktkonzentration. Basierend auf Daten und Interviews bietet er einen Schlüssel zum Verständnis der Entwicklung des Milchsektors.

Inhaltsverzeichnis

Wertschöpfungskette Schweizer Milch

Die Milchwirtschaft ist mit einem Anteil von 23,7 Prozent an der landwirtschaftlichen Gesamtproduktion (BLW, Agrarbericht 2022) ein wichtiger Sektor der Schweizer Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie. Funktionsweise und Konzentration des Milchmarkts und die Strukturierung der Milchbranche in der Schweiz sind regelmässig Gegenstand von Untersuchungen.
Anfang der 2000er-Jahre wurde der Milchmarkt in der Schweiz in seinen Grundfesten erschüttert. Drei große Schritte führen schrittweise zu einer teilweisen Liberalisierung des Milchmarktes: Der Bund hebt die Preis- und Absatzgarantie 1999 auf, der Käsemarkt wird 2007 mit der EU liberalisiert und die Milchkontingentierung wird 2009 abgeschafft. Der Milchmarkt in der Schweiz wird klassischerweise in zwei große Subsektoren unterteilt: den Industriemilchsektor (weiße Linie) und den Käsesektor (gelbe Linie).

Schlussfolgerung

Seit der Semi-Liberalisierung des Schweizer Milchmarktes im Jahr 2000 hat sich die Branche grundlegend verändert. Die Zahl der Milchviehbetriebe ist von 38.000 auf 17.000 im Jahr 2023 gesunken, was eine starke Spezialisierung und eine höhere Produktivität pro Betrieb zur Folge hat. Obwohl die wichtigsten Erzeugerorganisationen auch nach dem Ende der Kontingentierung aktiv blieben, ging ihr Marktanteil zurück und machte Platz für eine Vielzahl kleinerer Strukturen.

Auch die Milchverarbeitung ist durch eine zunehmende Konzentration gekennzeichnet. Im Jahr 2022 verarbeiteten sechs große Akteure 60,5 % der vermarkteten Milch, gegenüber 71 % im Jahr 2012. Gleichzeitig behielten die handwerklichen Käsereien eine wichtige Stellung und verarbeiteten 34% der Milch zu Käsespezialitäten, insbesondere auf der Basis von silofreier Rohmilch. Neue Käsereien, die von Erzeugerorganisationen gegründet wurden, haben jedoch Schwierigkeiten beim Marktzugang aufgrund der Sättigung des Binnenmarktes, der Verhandlungsmacht der Käufer und der geringen Wettbewerbsfähigkeit im Export.

Der Einzelhandel und die verarbeitende Industrie setzen ihre Entwicklung durch Fusionen und Übernahmen fort, wodurch die Anzahl der unabhängigen Akteure in der Wertschöpfungskette abnimmt. Unternehmen, die durch Geschäftspartnerschaften eng mit den großen Einzelhandelsketten verbunden sind, schaffen es, sich zu integrieren und sich wirtschaftlich zu behaupten, während kleine Lebensmittelunternehmen ihren Handlungsspielraum einschränken.

Schließlich beruht die Analyse des Konzentrationsgrades der Branche auf der Beobachtung der Marktanteile und des Handelsverhaltens. Um die Konzentration besser beurteilen zu können, wäre es sinnvoll, spezifische Indikatoren wie das Konzentrationsverhältnis oder den Herfindahl-Hirschman-Index einzuführen und die Kompetenzen der Marktbeobachtungsstelle auf die Analyse der Marktanteile auszudehnen.

Impressum

Autoren:

  • Bänninger Alfred, Python Pascal, Estève Magali, Métrailler Gregory
  • Agripedia Management: Mirjam Traoré

Nützliche Bibliographie und Links: