Planungsbeispiel für Permakultur in der Landwirtschaft
Wahl der Betrachtungseinheit
Bevor man mit dem Analysieren und Planen einer Fläche beginnen kann, muss man entscheiden, welche Fläche, welches Areal man in die Planung einbezieht. Die hier vorgestellten Methoden der Permakultur-Planung sind grundsätzlich für die Planung der gesamten Fläche eines gemischten Betriebes einer Grösse von zirka 5 Hektaren ausgelegt. Mit den gleichen Planungsansätzen kann aber auch eine kleinere Fläche (z.B. eine Parzelle à 0.5 oder 1 Hektar) oder grössere Betriebe geplant werden.
Oft macht es auch Sinn, im ersten Schritt eine grobe Planung der ganzen Betriebsfläche durchzuführen und im zweiten Schritt die gleichen Planungsschritte auf einzelnen Parzellen durchzuführen. In der Praxis werden meist einzelne Flächen zwischen 0.5 und 2 Hektaren geplant. Wichtig ist, seine persönlichen Ressourcen gut zu berücksichtigen. Permakultur-Planungen können zeitintensiv sein. Um seine Energie gut einzuteilen, hilft es, Projekte schrittweise umzusetzen und klein anzufangen. Nach Teilumsetzungen erhält man Feedback (z.B. was funktioniert gut, was hat sich als unpraktisch herausgestellt), was hilfreich für weitere Planungsschritte ist.
Analyse der Ausgangslage
Wenn die Betrachtungseinheit (Parzelle/Fläche) ausgewählt wurde, kann mit dem eigentlichen Planungsprozess begonnen werden. Als Beispiel werden in diesem Leitfaden Ausschnitte der Planung von Dario Principi auf der Parzelle «Mülacker» vorgestellt. In diesem Beispiel liegt der Fokus auf Gemüsebau und Direktvermarktung. Die hier vorgestellten Planungsschritte können aber auch gut auf einem Grünlandbetrieb mit Tieren angewandt werden. Die Lösungen sehen dann anders aus und umfassen vielleicht eher ein Keyline System mit Futterhecken und/oder Agroforstreihen. In einem Plan, beispielsweise aus dem Geoportal, kann veranschaulicht werden, welche Flächen in die Planung einbezogen werden.
In Permakulturkursen wird die Planung nach unterschiedlichen Planungsverfahren gelehrt (5D, TEEPUR, SADIM, OBSALIM, etc.). Gemeinsam haben diese Planungen, dass zu Beginn die Wünsche und Bedürfnisse geklärt werden. Dies dient der Zielüberprüfung in der weiteren Planung. Das Planungsverfahren 5D ist unter folgendem Link beschrieben: 5D Planungsverfahren von Planofuturo
Wünsche und Bedürfnisse der Bewirtschaftenden
Sich seinen Wünschen und Bedürfnissen bewusst zu werden, ist die zentrale Grundlage der Planung. Bei diesem Schritt ist es wertvoll, alle Beteiligten einzubeziehen (Kinder, Eltern, Schwiegereltern, Kooperationspartner:innen, Nachbarn). Das kann hilfreich sein für spätere Kooperationen und geringeres Konfliktpotenzial im weiteren Verlauf, da sich diese Personen einbezogen fühlen und ihre Bedürfnisse/Ängste kommunizieren könnten. Um Ideen zu sammeln, kann sich Brainstorming und Mind-Mapping eignen. Sind die Vorstellungen bereits klarer, können Fragebogen oder moderierte Diskussionsrunden mehr Struktur in die Ideen bringen (Bloom und Boehnlein 2019). Ein ausführlicher Fragebogen ist beispielsweise im Buch «Vivre avec la terre» von Perrine und Charles Hervé-Gruyer auf Seite 166 vorhanden (momentan nur auf Französisch, ISBN 978-2-330-11947-8).
Folgende Fragen sollten geklärt werden:
- Vision, Ziele: Was soll entstehen? Wem ist was wichtig?
- Erwartungen: Was wünscht du dir/ihr euch von der Fläche? Wünsche können Beispielsweise sein: Bildung, Einbezug der Bevölkerung, Biodiversitätsförderung, Standort angepasstes Saatgut
- Zeitliche Ressourcen: Wer kann wie viel Zeit für welche Arbeiten aufwenden?
- Verständnis von Nachhaltigkeit
Makroumfeld
Zum Makroumfeld gehören esterne Faktoren, welche die Fläche beeinflussen. Dies beinhaltet Aspekte wie gesetzliche Vorgaben, Nachbarschaft, Vermarktungsmöglichkeiten sowie die Umgebung der Parzellen. (Principi 2019) Vermarktungsmöglichkeiten können vielfältig sein, beispielsweise Direktvermarktung, Kooperationen mit der regionalen Gastronomie, Vertragslandwirtschaft, solidarische Landwirtschaft, Selbsterntegarten.
Zudem ist es sinnvoll, Möglichkeiten für Kooperationen zu prüfen. Je nach formulierten Wünschen können Bildung, der Einbezug der Bevölkerung oder alternative Organisationsformen wie bespielsweise: solidarische Landwirtschaft oder eine GmbH in Betracht gezogen werden. Je nachdem, welche Wünsche und Bedürfnisse sich für die Fläche abzeichnen, muss die Machbarkeit der Ideen abgeklärt werden (z.B. Bewilligungen, Absatzmöglichkeiten).
Mikroumfeld
Zum Mikroumfeld gehören Faktoren, welche die Parzelle direkt beeinflussen und sich auf dieser befinden: Boden, Klima, Topografie, Wasserverfügbarkeit, bereits bestehende Elemente wie Bäume, Hecken und Beete. Für die weitere Planung kann es hilfreich sein, die bestehenden Elemente in einem massstabgetreuen Plan einzuzeichnen (Principi 2019).
Klima und Topografie
Das Klima am Standort der Planungsfläche zu kennen, hilft einzuschätzen, welche Arten und Sorten an diesem Standort gut gedeihen können. Bei Meteo-Schweiz können unter der Rubrik «Klima» Klimadiagramme und Normwerte pro Station abgerufen werden:
www.meteoschweiz.admin.ch/service-und-publikationen/applikationen/ext/climate-climsheet.html
In der Tabelle sind unter anderem die Temperaturen, sowie die Niederschläge ersichtlich. Im Diagramm ist ausserdem verbildlicht, wie die Verteilung des Niederschlags war (Normperiode 1961-1990).
Bei der Planung gilt es auch zu beachten, dass der Klimawandel zukünftig weitere Veränderungen mit sich bringt (Meteo-Schweiz, ohne Datum):
- Die Temperaturen in der Schweiz in den letzten zehn Jahren (2013-2022) waren bereits 2,5°C wärmer als der vorindustrielle Durchschnitt (1871-1900). Durch die höheren Temperaturen stieg die Nullgradgrenze um 300-400m und die Vegetationsperiode dauert im Mittelland 2-4 Wochen länger als 1960.
- Hitzewellen sind häufiger und intensiver geworden, Frosttage dagegen seltener.
- Starkniederschläge sind häufiger und intensiver geworden.
- Die Winterniederschläge haben in den letzten gut 150 Jahren zugenommen, fallen jedoch öfters als Regen statt in Form von Schnee.
Es ist bis Mitte des 21. Jahrhunderts mit noch mehr Hitze, trockenen Sommern aber auch mit heftigeren Niederschlägen und schneeärmeren Wintern zu rechnen.
Die Permakultur-Systeme müssen vielfältig und resilient geplant werden, damit sie in unterschiedlichen Wetter-Situationen Erträge liefern und gedeihen können. Auch die genetische Vielfalt sollte beachtet werden (siehe Saatgut).
Gibt es auf der Planungsfläche Mikroklimata? Beispielsweise bedingt durch die Topografie (südexponierte Hänge) oder den Bewuchs (Waldrand, Sonnenfallen).
Unter Swisstopo können unterschiedliche Karten nützlich für die Planung sein. Unter «Thema wechseln» > BLW wählen
- Klima > Klimaeignungskarten für unterschiedliche Kulturen
- Boden > Bodeneignung / Erosionsrisiko
Für die Erfassung der Höhenlinien auf einen Meter genau, gibt es von einigen Kantonen (z.B. LU und GL) kostenlose Karten. Für Parzellen in anderen Kantonen kann man sich an Swisstopo wenden. Dort können kostenpflichtig Ausschnitte der Karte gekauft werden. Möchte man die Höhenlinien auf kleineren Flächen von Hand vermessen, kann dies mit einer langen Holzlatte, einer Wasserwage und einem Doppelmeter durchgeführt werden. (Bloom und Boehnlein 2019, 77)
Bodenanalyse
Für die Planung ist es wichtig, den Boden der Parzelle gut zu kennen.
Geologie
Welche Ausgangsgesteine sind vorhanden? (Geologische Karten)
Geschichte der Parzelle
Wie wurde die Parzelle in der Vergangenheit bewirtschaftet? Gab es etwas Spezielles, Beispielsweise eine Deponie, eine Aufschüttung, ein Schrebergarten oder eine Baustelle? Was wissen die ehemaligen Bewirtschaftenden? Informationen darüber, wo früher Wege verliefen und oder Moor- und Rietflächen bestanden, kann auch eine Zeitreise geben:
Zeitreise Swisstopo
Falls früher beispielsweise Deponien, Industrien oder Schrebergärten auf der Parzelle bestanden, empfiehlt es sich über eine Schadstoffanalyse nachzudenken, da Schwermetalle oder organische Schadstoffe erhöht sein könnten. (z.B. an Bachema AG, Schlieren wenden für Messungen). Falls erhöhte Werte: Kontakt zu Bodenschutzfachstelle des jeweiligen Kantons aufnehmen.
Auf Beobachtung und Erfahrung der Bewirtschaftenden zurückgreifen: Wo ist der Boden feuchter/trockener/flachgründiger/etc.?
Bodeneigenschaften
Gebiete mit unterschiedlichen Bodentypen eingrenzen und pro Bodenart eine Spatenprobe durchführen:
spatenprobe.ch
Entscheidend für die Kulturwahl ist zudem der pH-Wert des Bodens. Dieser kann zusätzlich zur Spatenprobe in einer Tiefe von 20 bis 30 Zentimeter gemessen werden. Falls keine Bodenprobe ins Labor eingeschickt wird, kann er mit Indikatorstäbchen oder Hellige-Indikator-Lösung bestimmt werden, dies ist jedoch nur eine relativ grobe Einschätzung des effektiven pH-Wertes.
Für Planungen von kleineren Flächen mit geringen Investitionen kann die Beurteilung anhand der Spatenprobe und der pH-Messung ausreichen.
Bei der Planung von grösseren Flächen mit höheren Investitionen lohnt es sich, die Tiefgründigkeit des Bodens bis 1m Tiefe mithilfe eines Edelmannbohrers oder eines Bodenprofiles zu beurteilen. Für das Pflanzen von Obstbäumen, wird eine durchwurzelbare Bodentiefe von mindestens 60 bis 70 Zentimeter empfohlen. Für Birnbäume, welche Pfahlwurzeln aufweisen, sollte der Boden noch tiefgründiger sein.
Ausserdem sollte eine Bodenprobe im Labor ausgewertet werden. Dabei sollten folgende Parameter untersucht werden:
- pH
- Ton/Schluff
- Humus (wenn Fokus auf Humusaufbau, kann es Sinn machen diesen analytisch bestimmen zu lassen)
- P/K/Mg/Ca EDTA (Vorrat) und CO2 (pflanzenverfügbar), evtl. weitere Nährstoffe bei grossem Beeren /Obstanbau
Sektorenanalyse
Die Planungsfläche sollte nach Möglichkeit während allen Jahreszeiten beobachtet werden. Stelle dir dazu Fragen, welche Einflüsse die unterschiedlichen Elemente haben, die mit deiner Planungsfläche in Verbindung stehen. Da die Elemente Richtungen haben, aus denen sie auf die Fläche einwirken, werden sie Sektoren genannt.
Wie ist der Sonnenverlauf (Winter und Sommer)? Wie ist die Fläche dem Wind ausgesetzt? Etc.

Abbildung: Sektoranalyse – Zahlreiche Elemente wirken auf eine Fläche ein (Quelle: Visio Permacultura 2023)
Zonenplanung
Mithilfe der Zonenplanung werden Elemente, welche am meisten Aufmerksamkeit benötigen, an Orten eingeplant, an denen die Bewirtschaftenden sich oft aufhalten und keine langen Wege auf sich nehmen müssen. Dies spart Zeit und Energie.

Abbildung: Zonen 0 bis 5 anhand eines fiktiven Beispiels (Quelle: Visio Permacultura, 2023)
Zonen und ihre Bedeutung
| Zone | Beschreibung | Beispiele |
|---|---|---|
| Zone 0 | Wohnhaus | |
| Zone 1 | Elemente, welche mehrmals täglich Aufmerksamkeit / Pflege benötigen | Setzlingsanzucht Küchenkräuter Ställe |
| Zone 2 | Elemente, welche täglich oder bis 2-3 Mal pro Woche aufgesucht werden | Gemüsebeete |
| Zone 3 | Elemente, welche 2-3 Mal pro Woche oder Monat Aufmerksamkeit benötigen | Ackerkulturen Waldgarten |
| Zone 4 | Elemente, welche 2-3 Mal pro Monat oder weniger Pflege benötigen | Wiesen/Weiden Agroforst Obstbäume |
| Zone 5 | Wildniszone: Sehr wenig Eingriffe von Menschen. Natürliche Vorgänge können beobachtet werden | Wald Naturschutzgebiete Teiche/Bäche |
Tabelle: Zonen in der Permakultur-Planung (Quelle: Bloom und Boenlein, 2019)
Die originalen Abbildungen der Sektoren- und Zonenplanung sind unter folgender Webseite abrufbar: Gestaltungsgrundsätze und Zonenplanung der Permakultur (permakultur-konkret.ch)
Tipp: In folgendem Video erklärt Markus Pan die Sektoren- und Zonenplanung Schritt für Schritt, um dasselbe für die eigene Fläche umsetzen zu können: Down to earth Lernfilm: Zonen- und Sektorenplanung.
Grobplanung
«Ob grosse, kleine, riesige, gar nicht vorhandene, bunte, grüne, graue, stark bewohnte, wenig belagerte Flächen – alle kann man zukunftsfähig gestalten!» Jonas Gampe
In der Grobplanung werden alle realisierbaren Elemente, welche sich durch die Abklärung der Wünsche und Bedürfnisse der Beteiligten hervorgehoben haben, auf der Fläche eingeplant. Dabei werden die Sektor- und die Zonenplanung berücksichtigt, sowie das Makro- und Mikroumfeld miteinbezogen. Je nach gewählter Vermarktungsform, sind die Wege und bewirtschafteten Flächen so zu planen, dass sie praktikabel sind, wenn z.B. Kund*innen auf der Fläche mitarbeiten sollen. In der Grobplanung kann es sich auch lohnen, das Keyline-System in Betracht zu ziehen. Infos zum Keyline-System gibt es auf folgender Webseite: wasserkultur.ch/wasserkultur oder im Video: Keyline Design & Wassermanagement auf dem Katzhof
Elemente können sein:
- Agroforst
- Fruchtfolgeflächen
- Wiesen/Weiden
- Obstbäume
- Gemüsebeete
- Waldgarten
- Teich
- Etc.
Im Beispiel der Parzelle «Mülacker» wurden folgende Elemente eingeplant: Folientunnel, Teich als Wasserspeicher, Fruchtfolgeflächen (FFF), Windschutzhecken, Plätze zum Sein, kleiner Wald, Obstanlage, Permakultur-Experimentierfläche (Abbildung unten). Es sollten unbedingt mehrere Optionen aufgezeichnet werden. Von den unterschiedlichen Optionen werden die und Vor- und Nachteile besprochen, was hilft, einen möglichst vorteilhaften Grobplan festzulegen. Kompromisse gehören dazu, keine Planung ist perfekt. In der Grobplanung wird bewusst auf das Einplanen von konkreten Arten und Sorten verzichtet, da man sich sonst schnell in Details verlieren kann.
An dieser Stelle ist es sinnvoll, die weiteren betroffenen Personen (Nachbarn, etc.) über den Plan zu informieren.

Abbildung: Definitiver Übersichtsplan der Grobplanung der Parzelle Mühlacker (Quelle: Principi 2019)
Detailplanung
Arten und Sorten
Ist die Platzierung der Elemente im Rahmen der Grobplanung festgelegt, kann die Detailplanung angegangen werden. Hier wird nun die konkrete Anzahl/Fläche der Arten und Sorten festgelegt:
- Welche Arten werden eingesetzt?
- Welche Sorten?
- Wie werden sie angeordnet und kombiniert?
In den Detailplänen ist ersichtlich, wo welche Arten und Sorten gepflanzt werden (Abbildung unten). Es können auch konkretere Angaben zu den Sorten notiert werden als in diesem Beispiel.

Abbildung: Detailplanung des Bereiches Permakultur-Fläche, Parzelle Mülacker (Quelle: Principi 2020)
Von Agridea gibt es umfassende Anleitungen zum Thema Agroforst und Futterhecken (für Betriebe mit Wiederkäuern) zum kostenlosen Download:
- shop.agridea.ch/de/produkt/agroforstsysteme
- shop.agridea.ch/de/produkt/futterbaeume-und-straeucher-in-der-wiederkaeuerfuetterung
Inspiration für Obstsorten kann das Buch 555 Obstsorten für den Permakulturgarten und -balkon von Siegfried Tatschl geben:
www.loewenzahn.at/produkt/2553/555-obstsorten-fuer-den-permakulturgarten-und-balkon
Auch die Merkblätter von FRUCTUS können hilfreiche Hinweise liefern: www.fructus.ch/merkblaetter
Für die Recherche nach geeigneten Arten (Gemüse, Obstbäume, Sträucher, Beeren und Kräuter) kann dieser kostenlose Pflanzenplaner dienen. Hier können Informationen wie Standortansprüche, Pflanzzeitpunkt, Pflanzabstand, etc. von zahlreichen Arten gefunden werden. Ausserdem kann mit Hilfe der Webseite auch ein Projekt geplant werden (nur für die Planungsfunktion ist eine kostenlose Registrierung nötig):
permakultur-konkret.ch
Tipp: Inspirierend können die Beispielplanungsflächen von diversifizierten Agroforstsystemen im Buch «Letzter Ausweg Permakultur» von Jonas Gampe sein:
www.loewenzahn.at/produkt/2690/letzter-ausweg-permakultur
Beinhaltet dein Projekt Gemüseanbau im grösseren Stil, kann sich der kostenpflichtige Gemüseanbau Planer lohnen. Damit kannst du deine Anbauplanung machen, Aufgaben planen und Kunden verwalten:
www.micro-farm-planner.com
Bezug von Setzlingen, Saatgut und Obstbäumen
Auf der Webseite von FRUCTUS sind einige Schweizer Baumschulen aufgelistet:
www.fructus.ch/baeume/baumschulen
In den kantonalen Baumschulen sind die Jungbäume- und Sträucher billiger zu beziehen, jedoch sind weniger Spezialitäten verfügbar. Hinweise zu Bezugsquellen für samenfestes Saatgut und Setzlinge:
permakultur-landwirtschaft.org/saatgut-pflanzmaterial
Kostenschätzung
Agroforst
Die Schätzungen bei den finanziellen Erträgen aus Agroforstsystemen gehen weit auseinander. In der Agroforst Anleitung von Agridea wird erst ab dem 16. Standjahr mit demselben Stundenlohn gerechnet wie bei derselben (Bio-)Ackerfläche ohne Bäume:
shop.agridea.ch/de/produkt/agroforstsysteme
Jonas Gampe rechnet in den Beispielflächen in seinem Buch «Letzter Ausweg Permakultur» hingegen mit höheren finanziellen Erträgen. Hier muss angemerkt werden, dass der zeitliche Aufwand für die Pflege des Agroforstes zu knapp berechnet ist:
www.loewenzahn.at/produkt/2690/letzter-ausweg-permakultur
Market Garden
Es gibt veröffentlichte Daten zu den finanziellen Erträgen von unterschiedlichen Betrieben. Die Betriebsdaten und Erträge der Ferme de Budé, einem Stadtbauernhof in Genf, sind auf folgender Webseite veröffentlicht:
agripedia.ch/agriculture-et-ville/de/ferme-de-bude
Ausserdem gibt es eine Zusammenstellung vom FiBL (nur auf Französisch) in jener die finanziellen Erträge unterschiedlicher Microfermes ersichtlich sind:
www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/1268-microfermes.pdf
Ein weiteres umfassendes Dokument aus Österreich ist der Praxisguide Marktgärtnerei, das wertvolles Wissen und Zahlen unter anderem zur Produktivität und Wirtschaftlichkeit liefert:
speicher.bio-austria.at/index.php/s/AMzcxyRxPT6PT9b
Vertragslandwirtschaft, Solidarische Landwirtschaft
Unterlagen zur Definition, dem Aufbau und der Führung von Solawi-Betrieben bietet die Webseite der Kooperationsstelle für solidarische Landwirtschaft:
www.solawi.ch/unterlagen/uebersicht
Forschung
Aktuell hat die BFH-HAFL ein Forschungsprojekt zur Wirtschaftlichkeit in der Permakultur mit Fokus Gemüsebau:
bfh.ch/permakultur
Umsetzungspläne
Sind die Flächen detailliert geplant, kann es hilfreich sein, festzulegen, welche Flächen zuerst umgesetzt werden und was, wann, wie gemacht wird. Dabei muss auch berücksichtigt werden, welche Ressourcen nötig sind (Zeit, Finanzen, Arbeitsgeräte, Maschinen).
Hier dazu als Beispiel Arbeits- und Umsetzungspläne von zwei Elementen der Beispielfläche Mülacker.
Arbeits- und Umsetzungsplan des Beerenbeets (Quelle: Principi 2020)
| Personalbedarf | 3 Personen (1 Fachkraft/ 2 Hilfskräfte) |
| Arbeitsstunden/Arbeitskraft | 8.5 Stunden |
| Möglicher Umsetzungszeitpunkt | Vorzugsweise im Frühling (März/April) oder im Herbst (Oktober/ November) |
| Materialbedarf | 48 Beerensträucher • 12 Ribes rubrum (Johannisbeere rot) • 12 Ribes nigrum (Johannisbeere schwarz) • 12 Ribes odoratum (Goldjohannisbeere) • 12 Rubus idaeus (Himbeere) • 20 Fragaria (Erdbeeren) 3 m2 Wurzelschutz 2 kg Steinmehl 1 m3 Kompost 5 m3 Holzschnitzel |
| Benötigte Arbeitsgeräte | 1 Werkzeuganhänger 1 Werkzeugkoffer 2 Giesskannen 2 Schubkarren 1.5 h Traktor 0.5 h Umkehrfräse 1 h Heckschaufel 1 h Bodenfräse |
| Kosten | Materialkosten: CHF 501 Kosten für Arbeitsgeräte: CHF 125.40 Total Kosten: CHF 626.40 |
| Vorgehen | 1.) Material und Arbeitsgeräte bereitstellen 2.) Löcher ausheben (20x20x20 cm) 3.) Wurzelschutz anbringen (nach unten geschlossen) 4.) Kompost und Steinmehl unter die Erde mischen 5.) Beerensträucher pflanzen gemäss Pflanzplan (keine Luftlöcher, gut andrücken) 6.) Holzschnitzel auf Beet verteilen (ca. 10 cm) 7.) Beerensträucher grosszügig angiessen |
Arbeits- und Umsetzungsplan von Hochstammbäumen (Quelle: Principi 2020)
| Personalbedarf | 3 Personen (1 Fachkraft/ 2 Hilfskräfte) |
| Arbeitsstunden/Arbeitskraft | 4 Stunden |
| Möglicher Umsetzungszeitpunkt | Vorzugsweise im Frühling (März/April) oder im Herbst (Oktober/November) |
| Materialbedarf | 5 Hochstammobstbäume • 4 Malus (Apfel) • 1 Pyrus (Birne) 4.5 m2 Wurzelschutz 5 Pfosten 5×5 cm 0.5 kg Steinmehl 0.5 m3 Kompost |
| Benötigte Arbeitsgeräte | 1 Werkzeuganhänger 1 Werkzeugkoffer 2 Giesskannen 2 Schubkarren 0.5 h Traktor 0.5 h Heckschaufel |
| Kosten | Materialkosten: CHF 433 Kosten für Arbeitsgeräte: CHF 36.40 Total Kosten: CHF 469.40 |
| Vorgehen | 1.) Material und Arbeitsgeräte bereitstellen 2.) Löcher ausheben (40x40x50 cm) 3.) Wurzelschutz anbringen (nach unten offen, aber 50 cm tief) 4.) Kompost und Steinmehl unter die Erde mischen 5.) Bäume pflanzen (keine Luftlöcher, gut andrücken) 6.) Pfosten einschlagen und Bäume festbinden 7.) Bäume angiessen |
Anmeldung der Fläche
Für die Anmeldung der Permakultur-Fläche kann der Code 725 geeignet sein. Kleinräumige und vielfältige Mischkulturen können damit vereinfacht angemeldet werden. Informationen dazu finden sich hier:
Titelbild: Dario Principi
Fachliche Mitarbeit:
- Linda Hänggeli, BFH-HAFL
- Dario Principi
- Adrian Reutimann, BFH-HAFL
- Melanie Alder, Kompetenzplattform Permakultur-Landwirtschaft