Themen
Hydrotechnische Massnahmen
Hydrologische Massnahmen zielen darauf ab, Wasser aufzufangen und kurz- oder längerfristig zu speichern, um seine Abfluss zu verlangsamen oder es in Trockenzeiten zur Verfügung zu haben.
Retentionsteich für Regen- und Oberflächenwasserrückhalt mit Versickerung

| Nr | Slow Water M01 |
| Beschreibung | Retentionsteiche mit Versickerung sind künstliche Stillgewässer, die primär der Zwischenspeicherung von Niederschlags- und Abflusswasser dienen. Sie werden bevorzugt naturnah gestaltet und ohne Abdichtung ausgeführt, sodass ein Teil des Wassers im Untergrund versickern kann. Die Mindestwasserführung wird durch bauliche oder betriebliche Massnahmen gewährleistet, zum Beispiel über ein Nebenbecken oder eine Mindestwasserstandslinie.![]() |
| Wirkung | Retentionsteiche mit Versickerung leisten einen wichtigen Beitrag zur Regulierung des Wasserhaushalts. Sie halten Regenwasser und Oberflächenabfluss zurück, wodurch das Abflussvolumen vermindert, der Abfluss verzögert und Abflussspitzen gedämpft werden. Gleichzeitig fördern sie die Versickerung und tragen zur Anreicherung des Grundwassers bei. Dadurch vergrössert sich der Bodenwasservorrat, und Wasser bleibt länger für Pflanzen verfügbar. Darüber hinaus können die gespeicherten Wassermengen in Trockenphasen zur Bewässerung wasserbedürftiger Kulturen genutzt werden und so zur Stabilisierung der Erträge beitragen. Wirkung ausserhalb Wasserretention: • Reduktion der Wasserentnahme aus Trinkwasserversorgungen und Gewässern (Entlastung) • Nutzung des gesammelten Wassers für Betriebsarbeiten und die Tierhaltung unter Berücksichtigung der Qualitätsrichtlinien • Naturnah gestaltete Retentionsteiche schaffen Lebensräume für Pflanzen und Tiere und fördern dadurch die Biodiversität. |
| Kosten und Finanzierung | Investitions- und Unterhaltskosten: • Erstellungskosten Fr. 50 – 200.-/m3 (abhängig von Geländesituation, Ausführungsart und Rückhaltevolumen) • Unterhalt: jährlich mähen, Gehölze entfernen, alle 5 – 7 Jahre Schlammräumung (je nach Grösse, Sedimenteintrag, Zugänglichkeit, Topographie, etc). Für mittelgrosse Systeme (ca. 1’000 m3) werden die jährlichen Kosten auf Fr. 1’000-2’500 + Eigenleistungen 10 – 40 h geschätzt. |
| Beiträge Ressourcenprojekt Slow Water | 50 % der Erstellungskosten, max. CHF 100.–/m3, max. CHF 100’000.–/Teich |
| Bemerkungen | Das für die Bewässerung verfügbare Wasservolumen ergibt sich aus der Oberfläche und durchschnittlicher Tiefe des Teichs, der Bewässerungsbedarf aus der geplanten Gabenhöhe und der Anzahl der möglichen Bewässerungsgaben. Das für die Bewässerung zur Verfügung stehende Wasservolumen sollte dabei Totraum, Verdunstung, und betriebliche Reserven/Hochwasserpuffer beachten. |
| Ausführungszeitpunkt | Frühjahr bis Herbst, um Bodenfrost und Nässe zu vermeiden. Später Sommer empfehlenswert, da tieferer Wasserstand den Aushub vereinfacht und in dieser Zeit weniger gefährdende Starkregenereignisse zu erwarten sind. |
| Technische Bedingungen und Planung | • Aus Wasserbedarf und Zufluss Rückhaltevolumen berechnen. • Standortwahl: Nutzung der Topographie für Schwerkraftverteilung und kurze Leitungswege, um Energiebedarf und Nottransporte in Trockenjahren zu vermeiden. • Notüberlauf breit und erosionssicher ausbilden, mit eindeutigem Abflussweg. • Lage- und Profilpläne, hydrologische Bilanz mit Mindestwasserführung, Natur- und Grundwasserschutz sowie ein Betriebs- und Unterhaltskonzept. • Auslauf/Drossel gegen Verstopfung sichern, Entnahme für Bewässerung: Ansaugung ≥ 0.3 m über Sohle, mit Sieb/Filter • Ufer amphibien- und erosionssicher gestalten Planung: • Ingenieurbüro im Wasserbau • Landschaftsarchitektur-Büro • Garten- und Landschaftsbau mit Wasserbau-Kompetenz |
| Pflege, Unterhalt und Nutzung | Pflege / Unterhalt: • Jährlich mähen, Gehölze entfernen • Entschlammung und Sedimenträumung (5 – 7 Jahre) • Ufer und Böschungen nach Erosionsschäden stabilisieren oder neu bepflanzen • Instandsetzung von Wehren und Überläufen (10 – 20 Jahre) Nutzung / Nutzen: • Betriebe: Bewässerung (Garten, Spezialkulturen, Keylines, Versickerungsgräben, etc.) und andere Nutzungen für die keine Trinkwasserqualität notwendig ist, Reinigungsarbeiten. • Gemeinden: Verminderung Abflussvolumen und -spitzen im Vorfluter (Hochwasserschutz), Grundwasseranreicherung, Entlastung der Trinkwasserversorgung. |
| Rechtliche Aspekte (Raumplanung, Bewilligungen) | Erforderlich: • Bedarfsnachweis Betrieb, bei Bewässerung Nachweis bewässerungsbedürftiger und bewässerungswürdiger Kulturen (Gemüse, Obst, Kartoffeln, Zuckerrüben) • Sauberes Regenwasser nutzen (wenn örtlich möglich) • Sohle ≥ 1 m über Grundwasserhochstand: Zwischen Teichboden und höchstem jahreszeitlichem Grundwasserstand bleibt mind. 1 m ungesättigte Bodenzone als natürliche Filter- und Schutzstrecke. • Nicht in S1/S2: In den Trinkwasser-Schutzzonen S1 und S2 sind Versickerungsanlagen in der Regel nicht zulässig, um Fassungen und Grundwasser vor Einträgen zu schützen. Empfohlen: • Teich sollte eine 20 cm Restwassermenge sichern • Notüberlauf (mit Filter) • Bei Zaun Wildtierdurchlässigkeit sichern (mind. Bodenfreiheit für Kleintiere von 15 cm, etc.) Abzuklären je nach Kanton: • Baubewilligung mit Gemeinde/Kanton abklären • Mindestabstand vom Wald 5 m |
| Kontrolle | Ausführungskontrolle/Abnahme nach Erstellung. |
| Synergien / Zielkonflikte / Schnittstellen | Synergien: • Biodiversität & Vernetzung: Naturnahe, flach auslaufende Ufer und mosaikartige Randzonen schaffen Laich-, Nahrungs- und Rückzugsräume • Gewässerraum / Hochwasserentlastung: Retention und gedämpfte Abflussspitzen entlasten Bäche • Phosphorgehalt in Seen: Durch Rückhalt und Sedimentation sowie Boden-/Filtersorption wird der P-Eintrag in Seen reduziert und Eutrophierung entgegengewirkt; wichtig ist eine kolmationsarme Ausführung, da sonst intern gebundener P wieder mobilisiert werden kann. Zielkonflikte: • Treibhausgase: Retentionsteiche mit Versickerung und zeitweilig trockenfallenden Zonen verursachen tendenziell geringere CH₄-Emissionen als dauerhaft eingestaute Becken; dennoch bleiben kleine Stillgewässer relevante THG-Quellen – Monitoring und eine sauerstoffreiche, nährstoffarme Auslegung mindern Emissionen. • Einzugsgebiet, Ober-/Unterlieger: Bei grossen Anlagen kann es Konflikte um Mengennutzung, Restwasserführung und Eintritts-/Austrittspegel geben (Betriebskonzept notwendig). • Dauerdotierte Retentionsbecken können aus der landwirtschaftlichen Nutzung (LN) herausfallen; auf Fruchtfolgeflächen (FFF) entsteht je nach Kanton Kompensationspflicht. Schnittstellen: • Drainagen: Einbindung bestehender Drainagen in Vorreinigung, Retentionsvolumen • Siedlungsentwässerung: Abgrenzung sauberes vs. belastetes Niederschlagswasser |
| Kontakte Expertise | • Landschaftsarchitektur-Büro ecovia, info fauna – karch, Permakultur-Beratung, Ondaka • Ingenieurbüro im Wasserbau: Emch+Berger, Basler & Hofmann, Holinger AG, Ingenieurbüro Götz • Garten- und Landschaftsbau mit Wasserbau-Kompetenz: Eberhard – Referenz HWRB/Retentionsbecken, Steiner Garten- und Teichbau • Kantonale Behörden, z.B. LAWA (LU) oder Ebenrain (BL) • Weitere Anbieter siehe entsprechende Websites. |
| Weitere Links zu Teichen mit Versickerung | • BAFU – Bodenschutz beim Bauen (Vollzugshilfe) – Bodenschutzkonzept, Erdarbeiten, Lagerung/Wiedereinbau. • LAWA LU – Weiher (Biotopförderung): Kontakt & Unterstützung bei Weiherprojekten auf Landwirtschaftsflächen. • LAWA LU – Merkblatt Wasserretentionsmassnahmen in der Landwirtschaft. Anforderungen und Bedingungen für eine Bewilligung von Baugesuchen. • info fauna – karch: Weiherbau – Amphibiengerechte Gestaltung (Ufer, Ausstiege, Fischbesatz vermeiden). • info fauna – karch: Praxismerkblatt – praktische Hinweise zu Standortwahl/Schutzzonen beim Weiherbau. • Agripedia – Wasserretention: Praxisnahe Infos zu Retention/Speicherung im Agrarumfeld. |
Retentionsteich für Regen- und Oberflächenwasserrückhalt ohne Versickerung

| Nr. | Slow Water M02 |
| Beschreibung | Retentionsteiche ohne Versickerung mit Abdichtung sind künstliche Stillgewässer, die primär der Zwischenspeicherung von Niederschlags- und Abflusswasser dienen.![]() |
| Wirkung | Retentionsteiche ohne Versicherung leisten einen wichtigen Beitrag zur Regulierung des Wasserhaushalts. Sie halten Regenwasser und Oberflächenabfluss zurück, wodurch das Abflussvolumen vermindert, der Abfluss verzögert und Abflussspitzen gedämpft werden. Sie sichern die Wasserversorgung von Kulturen und tragen in Trockenphasen durch Bewässerung zur Stabilisierung der Erträge bei. Naturnah gestaltete Retentionsteiche schaffen zudem Lebensräume für Pflanzen und Tiere und fördern dadurch die Biodiversität. Wirkung ausserhalb Wasserretention: • Reduktion der Wasserentnahme aus Trinkwasserversorgungen und Gewässern (Entlastung) • Nutzung des gesammelten Wassers für Betriebsarbeiten und die Tierhaltung unter Berücksichtigung der Qualitätsrichtlinien • Naturnah gestaltete Retentionsteiche schaffen Lebensräume für Pflanzen und Tiere und fördern dadurch die Biodiversität. |
| Kosten und Finanzierung | Investitionen und Unterhaltskosten: • Erstellungskosten Fr. 100 – 400.-/m3 (projektspezifisch; Geometrie/Abdichtung/Erdarbeiten) • Unterhalt: jährlich mähen, Gehölze entfernen; alle 5 – 7 Jahre Schlammräumung (je nach Grösse, Sedimenteintrag, Zugänglichkeit, Topographie, etc). Für mittelgrosse Systeme (ca. 1´000 m3) mit Abdichtung werden die jährlichen Kosten auf Fr. 2’000-3’500 + Eigenleistungen 15 – 50 h geschätzt Bestehende Förderbeiträge: • Meliorationsbeiträge SVV: Je nach landwirtschaftlicher Zone 40 – 46 % der beitragsberechtigten Kosten. • Voraussetzung für Meliorationsbeiträge: Nachweis der Bewässerungsbedürftigkeit (Wasserbedarfsrechnung) und Bewässerungswürdigkeit (Kosten/Nutzen Betrachtung) der Kulturen |
| Beiträge Ressourcenprojekt Slow Water | 14 – 20 % der Erstellungskosten, max. CHF 100.–/m3 Grundsätzlich Beiträge über Melioration (40–46 %, je nach landw. Zone), übrige Differenz bis 60 % der Erstellungskosten über Projekt Slow Water. |
| Bemerkungen | Das für die Bewässerung verfügbare Wasservolumen ergibt sich aus der Oberfläche und durchschnittlicher Tiefe des Teichs, der Bewässerungsbedarf aus der geplanten Gabenhöhe und der Anzahl der möglichen Bewässerungsgaben. Das für die Bewässerung zur Verfügung stehende Wasservolumen sollte dabei Totraum, Verdunstung, und betriebliche Reserven/Hochwasserpuffer beachten. |
| Ausführungszeitpunkt | Frühjahr bis Herbst, um Bodenfrost und Nässe zu vermeiden. Später Sommer empfehlenswert, da tieferer Wasserstand den Aushub vereinfacht und in dieser Zeit weniger gefährdende Starkregenereignisse zu erwarten sind. |
| Technische Bedingungen und Planung | • Aus Wasserbedarf und Zufluss Rückhaltevolumen berechnen. • Standortwahl: Nutzung der Topographie für Schwerkraftverteilung und kurze Leitungswege, um Energiebedarf und Nottransporte in Trockenjahren zu vermeiden. • Notüberlauf breit und erosionssicher ausbilden, mit eindeutigem Abflussweg. • Lage- und Profilpläne, hydrologische Bilanz sowie ein Betriebs- und Unterhaltskonzept. • Abdichtung mit einer Teichfolie oder mit Dichtungsmaterialien wie z.B. Bentonit. Bei optimalem Ton/Schluff/Sand-Verhältnis mit einem hohen Tonanteil ohne zusätzliche Dichtungsmaterialien möglich • Bodenschutzvorgaben beachten • Empfohlen: Vorbecken (10 – 25 % des Hauptvolumens) einplanen, damit das Hauptbecken sauber bleibt • Auslauf/Drossel gegen Verstopfung sichern, Entnahme für Bewässerung: Ansaugung ≥ 0.3 m über Sohle, mit Sieb/Filter • Ufer amphibien- und erosionssicher gestalten • Ein Bewuchs des Teiches ist möglich Planung: • Ingenieurbüro im Wasserbau • Landschaftsarchitektur-Büro • Garten- und Landschaftsbau mit Wasserbau-Kompetenz |
| Pflege, Unterhalt und Nutzung | Pflege/Unterhalt: • Jährlich mähen, Gehölze entfernen • Entschlammung und Sedimenträumung (5 – 7 Jahre). • Ufer und Böschungen nach Erosionsschäden stabilisieren oder neu bepflanzen. • Instandsetzung von Wehren und Überläufen (10 – 20 Jahre) Nutzung / Nutzen: • Betriebe: Bewässerung (Garten, Sonderkulturen, Keylines, Versickerungsgräben, etc.) und andere Nutzungen für die keine Trinkwasserqualität notwendig ist, Reinigungsarbeiten • Gemeinden: Verminderung Abflussvolumen und -spitzen im Vorfluter (Hochwasserschutz), Entlastung der Trinkwasserversorgung. |
| Rechtliche Aspekte (Raumplanung, Bewilligungen) | Erforderlich: • Bedarfsnachweis Betrieb, bei Bewässerung Nachweis bewässerungsbedürftiger und bewässerungswürdiger Kulturen (Gemüse, Obst, Kartoffeln, Zuckerrüben) • Auflagen zum Bodenschutz einhalten (VBBo & BAFU Vollzugshilfen) • Auflagen Gewässerschutzverordnung einhalten • Nicht in Grundwasserschutzzonen S1-S2 erlaubt und nur, wenn sie sich über dem mittleren Grundwasserspiegel befinden Empfohlen: • Teich sollte eine 20 cm Restwassermenge sichern • Notüberlauf (mit Filter) • Bei Zaun, Wildtierdurchlässigkeit sichern (mind. Bodenfreiheit für Kleintiere von 15 cm, etc.) Abzuklären je nach Kanton: • Baubewilligung mit Gemeinde/Kanton • Mindestabstand vom Wald 5 m |
| Kontrolle | Ausführungskontrolle nach Erstellung, Erste Unterhaltskontrolle nach 12 Monaten, danach gemäss Unterhaltsplan (jährlich + anlassbezogen) |
| Synergien / Zielkonflikte / Schnittstellen | Synergien • Biodiversität & Vernetzung: Naturnahe, flach auslaufende Ufer und mosaikartige Randzonen schaffen Laich-, Nahrungs- und Rückzugsräume. • Gewässerraum / Hochwasserentlastung: Retention und gedämpfte Abflussspitzen entlasten Bäche (kontrollierter Notüberlauf). • Phosphorgehalt in Seen: Sedimentation (z. B. Vor-/Absetzbecken) und ggf. technische Filter reduzieren den P-Transport; wichtig sind regelmässige Entschlammung. Zielkonflikte • Treibhausgase: Retentionsteiche mit Versickerung und zeitweilig trockenfallenden Zonen verursachen tendenziell geringere CH₄-Emissionen als dauerhaft eingestaute Becken; dennoch bleiben kleine Stillgewässer relevante GHG-Quellen – Monitoring und eine sauerstoffreiche, nährstoffarme Auslegung mindern Emissionen. • Einzugsgebiet, Ober-/Unterlieger: Bei grossen Anlagen kann es Konflikte um Mengennutzung, Restwasserführung und Eintritts-/Austrittspegel geben (Betriebskonzept notwendig). • Dauerdotierte Retentionsbecken können aus der landwirtschaftlichen Nutzung (LN) herausfallen; auf Fruchtfolgeflächen (FFF) entsteht je nach Kanton Kompensationspflicht. Schnittstellen • Drainagen: Einbindung bestehender Drainagen mit Vorreinigung in das Retentionsvolumen; Festlegung von Drosselabgabe und Notüberlauf (keine Versickerung vorgesehen). • Siedlungsentwässerung: Abgrenzung sauberes vs. belastetes Niederschlagswasser; nur geeignetes (sauberes) Wasser zulassen, bei belasteten Zuflüssen Behandlung und bewilligte Abgabe; Abstimmung mit GEP (Drosselwerte, Überlaufweg). |
| Kontakte Expertise | • Landschaftsarchitektur-Büro ecovia, info fauna – karch, Permakultur-Beratung, Ondaka • Ingenieurbüro im Wasserbau: Emch+Berger, Basler & Hofmann, Holinger AG, Ingenieurbüro Götz • Garten- und Landschaftsbau mit Wasserbau-Kompetenz: Eberhard – Referenz HWRB/Retentionsbecken, Steiner Garten- und Teichbau • Bewässerung: GVZ Rossat, Waldis • Kantonale Behörden, z.B. LAWA (LU) oder Ebenrain (BL) • Weitere Anbieter siehe entsprechende Websites. |
| Weitere Links zu Teichen ohne Versickerung | • BAFU – Bodenschutz beim Bauen (Vollzugshilfe) – Bodenschutzkonzept, Erdarbeiten, Lagerung/Wiedereinbau. • AUE / Ebenrain BL – Merkblatt Wasserspeicher für die Bewässerung • LAWA LU – Weiher (Biotopförderung): Kontakt & Unterstützung bei Weiherprojekten auf Landwirtschaftsflächen. • LAWA LU – Merkblatt Wasserretentionsmassnahmen in der Landwirtschaft. Anforderungen und Bedingungen für eine Bewilligung von Baugesuchen. • info fauna – karch: Weiherbau – Amphibiengerechte Gestaltung (Ufer, Ausstiege, Fischbesatz vermeiden). • info fauna – karch: Praxismerkblatt – praktische Hinweise zu Standortwahl/Schutzzonen beim Weiherbau. • Agripedia – Wasserretention: Praxisnahe Infos zu Retention/Speicherung im Agrarumfeld. |
Versickerungsmulden

| Nr. | Slow Water M03 |
| Beschreibung | Flach ausgebildete, begrünte Mulden, die Oberflächenabfluss kurzzeitig zurückhalten und vor Ort versickern lassen. Sie werden kontur- und nutzungsorientiert in Rand- oder Muldenlagen angelegt; kleine Dämme/Abflussperren sind möglich. Versickerung über eine durchlässige, begrünte Sohle. Mulden können divers mit Bäumen oder Hecken kombiniert werden, wodurch die Wirkung verstärkt wird. |
| Wirkung | Rückhalt von Regenwasser und Oberflächenabfluss: Das Abflussvolumen wird reduziert, der Abfluss verzögert und Abflussspitzen werden gedämpft. Die Versickerung wird erhöht und das Grundwasser angereichert. Das Wasser steht den Kulturen zur Verfügung. Wirkung ausserhalb Wasserretention: • Biodiversität: strukturreiche, begrünte Mulden bieten Nahrung/Deckung; Pflege als extensive Grünfläche möglich. • Hochwasserentlastung: Entlastung lokaler Vorfluter durch Zwischenspeicherung/Drossel. • Erosionsschutz: Reduktion von Erosionsschäden durch Rückhalt/Versickerung in der Fläche. • Schwebstoff- und P-Reduktion |
| Kosten und Finanzierung | Investitionskosten: • Erstellungskosten von Fr. 50 – 200.-/m3 (Abhängig von Geländesituation, Ausführungsart und Rückhaltevolumen) • Unterhalt: keine festen Angaben. Alle paar Jahre Sedimentierung prüfen und Korrekturen/Sohle auflockern. |
| Beiträge Ressourcenprojekt Slow Water | 60 % der Erstellungskosten, max. CHF 100.–/m3 |
| Bemerkungen | Die meisten Erfahrungen und Leitfäden in der Schweiz beziehen sich auf Mulden im Siedlungsraum; für landwirtschaftliche Mulden sind die Grundsätze zwar weitgehend übertragbar, erfordern aber eine standort- und nutzungsspezifische Anpassung (Befahrbarkeit, passend dimensionierte Notüberläufe/Entleerungszeiten sowie eine pflegeleichte, bewirtschaftungstaugliche Gestaltung). |
| Ausführungszeitpunkt | Frühjahr bis Herbst, um Bodenfrost und Nässe zu vermeiden. |
| Technische Bedingungen und Planung | Technische Bedingungen und Planung: • Abklärung von Bodenaufbau und Grundwasserverhältnissen, damit das Wasser sicher und wirksam versickern kann, ohne das Grundwasser zu gefährden • Bestehende Geländestrukturen nutzen und hangseitig von Bewirtschaftungswegen • Anlage nutzungsorientiert • Keine festen Regeln aber Bemessung von Länge und Querschnitt kann abgeleitet werden durch Einleitmenge, Entleerungszeit (Ziel 24-48 h) und Infiltrationsrate • Einstautiefe standortspezifisch • Flache Böschungen nutzen und mähbar gestalten • Notüberlauf für Starkregenereignisse • Dämme oder Abflussperren können angelegt werden, evtl. mit verschliessbaren Schächten für Entwässerung / Vernässung Planung: GPS, Beratungsfirma oder Beratungsperson, Baufirma zum umsetzen |
| Pflege, Unterhalt und Nutzung | Pflege / Unterhalt: • Jährlich mähen • Einläufe freihalten • Kolmation managen: Bei nachlassender Infiltration oberste Bodenschicht leicht abziehen/auflockern. • Zuflüsse nach Düngung/Pflanzenschutzmitteln direkt in die Mulde vermeiden Nutzung: Verlangsamung / Versickerung von Wasser. Keine Nutzung für wirtschaftliche Bewässerung. |
| Rechtliche Aspekte (Raumplanung, Bewilligungen) | Abzuklären je nach Kanton und Ausführung: • Allfällige Melde- oder Bewilligungspflicht mit Gemeinde/Kanton GSchG/GSchV-Grundsatz: • Sauberes Regenwasser versickern (wenn örtlich möglich) • Sohle ≥ 1 m über Grundwasserhochstand: Zwischen Muldenboden und höchstem jahreszeitlichem Grundwasserstand bleibt mind. 1 m ungesättigte Bodenzone als natürliche Filter- und Schutzstrecke. • Nicht in S1/S2: In den Trinkwasser-Schutzzonen S1 und S2 sind Versickerungsanlagen in der Regel nicht zulässig, um Fassungen und Grundwasser vor Einträgen zu schützen. |
| Kontrolle | Abnahme nach Erstellung |
| Synergien / Schnittstellen | Synergien: • Biodiversität, Landschaft / Vernetzung • Bodenerosion • Nutzung als Hochwasserentlastung von Bächen Schnittstellen: • Kombination mit bestehenden Drainagesystemen ist möglich. |
| Kontakte Expertise | • Landschaftsarchitektur-Büro ecovia, info fauna – karch, Permakultur-Beratung, Ondaka • Ingenieurbüro im Wasserbau: Emch+Berger, Basler & Hofmann, Holinger AG, Ingenieurbüro Götz • Kantonale Behörden, z.B. LAWA (LU) oder Ebenrain (BL) Weitere Anbieter siehe entsprechende Websites. |
| Weitere Links zu Versickerungsmulden | • BAFU – Bodenschutz beim Bauen (Vollzugshilfe) – Bodenschutzkonzept, Erdarbeiten, Lagerung/Wiedereinbau. • LAWA LU – Merkblatt Wasserretentionsmassnahmen in der Landwirtschaft. Anforderungen und Bedingungen für eine Bewilligung von Baugesuchen. • Agripedia – Wasserretention: Praxisnahe Infos zu Retention/Speicherung im Agrarumfeld. • VSA: Richtlinie „Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter“ (2019) • KBOB/ARE/BAFU: „Versickerung und Retention von Niederschlagswasser im Liegenschaftsbereich“ (2019) • Stadt Zürich: „Arbeitshilfe zum guten Umgang mit Regenwasser“ (2025) |
Versickerungsgräben

| Nr. | Slow Water M04 |
| Beschreibung | Versickerungsgräben sind lineare, flach begrünte Abflussrinnen mit Speicherkapazität, die Regen- und Oberflächenwasser kurz zurückhalten und in den Boden versickern lassen. Sie werden konturorientiert entlang der Höhenlinien geführt. Kleine Dämme/Abflussperren sind möglich, um die Fliessgeschwindigkeit zu bremsen und den Rückhalt zu erhöhen. Keine Nutzung bestehender Fliessgewässer als Graben. Versickerung über eine durchlässige, begrünte Sohle. Können divers mit Bäumen oder Hecken kombiniert werden, wodurch die Wirkung verstärkt wird.![]() |
| Wirkung | Rückhalt von Regenwasser und Oberflächenabfluss: Das Abflussvolumen wird reduziert, der Abfluss verzögert und Abflussspitzen werden gedämpft. Die Versickerung wird erhöht und das Grundwasser angereichert. Das Wasser steht den Kulturen zur Verfügung. Die Kombination von Versickerungsgräben mit Hecken oder Agroforst verstärkt die Versickerung. Wirkung ausserhalb Wasserretention: • Unterstützung Biodiversität • Hochwasserentlastung: Zwischenspeicherung und drosselnde Abgabe • wirkt Erosion entgegen durch geringere Fliessgeschwindigkeit am Hang |
| Kosten und Finanzierung | Investitionen und Unterhaltskosten: • Erstellungskosten Fr. 50 – 200.-/m3 (Abhängig von Geländesituation, Ausführungsart und Rückhaltevolumen) • Minimale Unterhaltskosten für Inspektion, Vegetationspflege, Sediment- und Laubentfernung (1 – 5 % der Investitionskosten/Jahr). |
| Beiträge Ressourcenprojekt Slow Water | 60 % der Erstellungskosten, max. CHF 100.–/m3 |
| Ausführungszeitpunkt | Frühjahr bis Herbst, um Bodenfrost und Nässe zu vermeiden. Später Sommer empfehlenswert, da tieferer Wasserstand den Aushub vereinfacht und in dieser Zeit weniger gefährdende Starkregenereignisse zu erwarten sind. |
| Technische Bedingungen und Planung | Technische Bedingungen: • Abklärung von Bodenaufbau und Grundwasserverhältnissen, damit der Graben sicher und wirksam versickern kann, ohne das Grundwasser zu gefährden. • Bestehende Geländestrukturen nutzen und hangseitig von Bewirtschaftungswegen • Anlage nutzungsorientiert • Keine festen Regeln aber Bemessung von Länge und Querschnitt kann abgeleitet werden durch die Einleitmenge, Entleerungszeit (Ziel 24 – 48 h) und Infiltrationsrate • Einstautiefe standortspezifisch (Sicherheitsaspekte beachten, z. B. in Publikumsbereichen teils ≤ 20 cm) • Flache Böschungen nutzen und mähbar gestalten • Notüberlauf für Starkregenereignisse • Dämme oder Abflussperren können angelegt werden, evtl. mit verschliessbaren Schächten für Entwässerung / Vernässung Planung: GPS, Beratungsfirma oder Beratungsperson, Baufirma zum umsetzen |
| Pflege, Unterhalt und Nutzung | Pflege / Unterhalt: • 2-mal / Jahr oder nach Starkregen Einläufe und Notüberläufe kontrollieren und eventuell reinigen • 1-mal / Jahr mähen • Bei nachlassender Versickerung Boden leicht auflockern Nutzung: • Wasser dorthin leiten, wo es gebraucht wird |
| Rechtliche Aspekte (Raumplanung, Bewilligungen) | Abzuklären je nach Kanton und Ausführung: • Allfällige Melde- oder Bewilligungspflicht mit Gemeinde/Kanton GSchG/GSchV-Grundsatz: • Sauberes Regenwasser versickern (wenn örtlich möglich); • Sohle ≥ 1 m über Grundwasserhochstand: Zwischen Muldenboden und höchstem jahreszeitlichem Grundwasserstand bleibt mind. 1 m ungesättigte Bodenzone als natürliche Filter- und Schutzstrecke. • Nicht in S1/S2: In den Trinkwasser-Schutzzonen S1 und S2 sind Versickerungsanlagen in der Regel nicht zulässig, um Fassungen und Grundwasser vor Einträgen zu schützen. |
| Kontrolle | Ausführungskontrolle nach Erstellung |
| Synergien / Zielkonflikte / Schnittstellen | Synergien: • mit Biodiversität • Landschaftsbild / Vernetzung • Phosphorgehalt in Seen • Bodenerosion • Nutzung als Hochwasserentlastung von Bächen • Hecken auf Höhenlinien Zielkonflikte: • Flächenbedarf und Pflegeaufwand Schnittstellen: • Agroforst, Hecken, Keyline design • Kombination mit bestehenden Drainagesystemen ist möglich |
| Kontakte Expertise | •Landschaftsarchitektur-Büro ecovia, info fauna – karch, Permakultur-Beratung, Ondaka • Ingenieurbüro im Wasserbau: Emch+Berger, Basler & Hofmann, Holinger AG, Ingenieurbüro Götz • Kantonale Behörden, z.B. LAWA (LU) oder Ebenrain (BL) Weitere Anbieter siehe entsprechende Websites. |
| Weitere Links | • BAFU – Bodenschutz beim Bauen (Vollzugshilfe) – Bodenschutzkonzept, Erdarbeiten, Lagerung/Wiedereinbau. • LAWA LU – Merkblatt Wasserretentionsmassnahmen in der Landwirtschaft. Anforderungen und Bedingungen für eine Bewilligung von Baugesuchen. • Agripedia – Wasserretention: Praxisnahe Infos zu Retention/Speicherung im Agrarumfeld. • VSA: Richtlinie „Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter“ (2019) • KBOB/ARE/BAFU: „Versickerung und Retention von Niederschlagswasser im Liegenschaftsbereich“ (2019) • Stadt Zürich: „Arbeitshilfe zum guten Umgang mit Regenwasser“ (2025) |
Regenwassersammlung von Dächern und versiegelten Flächen

| Nr. | Slow Water M05 |
| Beschreibung | Sammeln und Speicherung von Regenwasser von Dächern und versiegelten Flächen in Tanks, Zisternen oder Teichen (siehe M1 und M2) und mögliche Umnutzung von Güllegruben zur Wasserspeicherung. |
| Wirkung | Rückhalt von Regenwasser und Oberflächenabfluss von versiegelten Flächen: Das Abflussvolumen wird reduziert, der Abfluss verzögert und Abflussspitzen werden gedämpft. Wirkung ausserhalb Wasserretention: • Reduktion der Wasserentnahme aus Trinkwasserversorgungen und Gewässern (Entlastung) • Nutzung des gesammelten Wassers für Betriebsarbeiten und die Tierhaltung unter Berücksichtigung der Qualitätsrichtlinien • Naturnah gestaltete Retentionsteiche schaffen zudem Lebensräume für Pflanzen und Tiere und fördern dadurch die Biodiversität. |
| Kosten und Finanzierung | Investitionen und Unterhaltskosten: • Fr. 50 – 100.-/m3 bei Umbauten von bestehenden Güllegruben • Bis zu Fr. 1000.-/m3 bei Neubauten • Weitere Kosten stark standortabhängig (Leitungen, Filter, Pumpen/Steuerung) • Unterhalt nicht beziffert, da es stark von der Grösse des Tanks sowie der Anlage abhängt Bestehende Förderbeiträge (Direktzahlungen DZV, Strukturverbesserungen SVV): • Für Bewässerungszwecke Meliorationsbeiträge SVV möglich: Je nach landwirtschaftlicher Zone 40 – 46 % der beitragsberechtigten Kosten. • Voraussetzung für Meliorationsbeiträge: Nachweis der Bewässerungsbedürftigkeit (Wasserbedarfsrechnung) und Bewässerungswürdigkeit (Kosten/Nutzen Betrachtung) der Kulturen |
| Beiträge Ressourcenprojekt Slow Water | 60 % der Erstellungskosten, max. CHF 200.–/m3 |
| Ausführungszeitpunkt | Ganzjährig möglich; Erdarbeiten vorzugsweise frostfrei und bei tragfähigem Boden (Bodenschutz beachten) |
| Technische Bedingungen und Planung | Technische Bedingungen: • Dachabwasser von Kupfer/Zinkdächern vermeiden, da es als belastet gilt (VSA Richtlinie, 2019) • Dimensionierung nach Zufluss (Fläche, Niederschlag) und Bedarf. • Umnutzung Güllegrube bedarf vollständiger Reinigung und Verschluss der Abwassereinleitungen mit Abnahme der Gemeinde • Offene Zisternen und Gruben unfallsicher anlegen und Amphibienschutz beachten (Abdeckung o.ä.), Entlüftung, Überlauf und frostsichere Leitungen • Passende Pumpe wählen oder, wenn möglich, die Schwerkraft nutzen • Für den Rückhalt von Grobstoffen in Regenabwasser sind Vorfänge wie Laubfang, Sieb oder ein extra dafür angefertigter Regenwasser-Schmutzfänger zu empfehlen, um die Wasserqualität zu verbessern. • Ggf. Aufbereitung mit Sand- oder Aktivkohlefilter Planung: Wasserbau Ingenieurbüros, Gebäudetechnik/Sanitär |
| Pflege, Unterhalt und Nutzung | • Regelmässig Filter/Laubfang reinigen, Zuläufe/Überlauf prüfen; Tankdeckel/Dichtung kontrollieren • 1-mal / Jahr Sichtkontrolle Speicher/Leitungen, Pumpentest; Sedimente bei Bedarf entfernen Nutzung: • Betriebswasser (Reinigung, Bewässerung). Tränkewasser nur bei geeigneter Qualität bzw. Aufbereitung (z.B. Filtration/Desinfektion) und nach Rücksprache mit Fachstelle Tierhaltung/BLV • Betriebsarbeiten unter Berücksichtigung der Qualitätsrichtlinien, Bewässerung |
| Rechtliche Aspekte (Raumplanung, Bewilligungen | Abzuklären je nach Kanton: • Baubewilligung mit Gemeinde/Kanton: Bauten/Anlagen (Speicher, offene Becken, Pumpen) und Umnutzungen Güllegruben sind i. d. R. baubewilligungspflichtig Grundsatz GSchG/GSchV: • Tanks, Zisternen, Teiche ausserhalb des Gewässerraums • Waldabstand 10 m • Bei Ab-/Überleitung oder Abpumpen, Einleitbedingungen gemäss Gewässerschutzverordnung einhalten (nur sauberes Wasser). Für nicht genutztes Überschusswasser (Einleitung/Versickerung) gelten VSA 2019 und kantonale Vollzugsdokumente • Oberirdische Tanks in Hofnähe anlegen und in Landschaft eingliedern |
| Kontrolle | Bei Bauten/Anlagen: Auflagen von Gemeinde und kantonalen Fachstellen beachten. |
| Synergien / Zielkonflikte / Schnittstellen | Synergien: • Bodenerosion • Wasserfilter Zielkonflikte: • Wirkung auf Landschaftsbild bei oberirdischen Tanks Schnittstellen: • Bodenverbesserungen / Meliorationen (falls zur Bewässerung) • Drainagesystemen |
| Kontakte Expertise | • Regenfänger.ch • Hauser Regenwassernutzung • Mall Umweltsysteme •Kantonale Behörden, z.B. LAWA (LU) oder Ebenrain (BL) |
| Weitere Links zu Regenwassersammlung | • VSA – Richtlinie „Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter“ (2019) • BAFU – Baulicher Umweltschutz in der Landwirtschaft (Vollzugshilfe), (2023) • Richtlinie und Praxishilfe Regenwasserentsorgung, AWEL Kanton ZH |
Nutzung von Drainagen zum Wasserrückhalt und Verschliessen von Schächten

| Nr. | Slow Water M06 |
| Beschreibung | Nutzung des Volumens von Drainagesystemen für temporären Wasserrückhalt (smarte Drainagen), Regelung Wasserrückhalt und Abfluss mit einem Regel- bzw. Schiebersystem. Verschliessen von Schächten, welche das Oberflächenwasser direkt zu einem Vorfluter führen. Dadurch kann das Volumen der Drainageleitungen als Retentionsvolumen genutzt und das Wasser verzögert in den Vorfluter abgegeben werden. |
| Wirkung | Das Abflussvolumen wird reduziert, der Abfluss verzögert und Abflussspitzen werden gedämpft. Sickerwasser wird zurückgehalten. Die Funktion des Drainagesystems (langfristige Ableitung von Bodenwasser) wird dabei nicht beeinträchtigt. Durch smarte Drainage nähert sich der Wasserspiegel im Boden wieder dem normalen Grundwasserspiegel an. Wirkung ausserhalb Wasserretention: • Anpassung an Klimawandel / Trockenheit (mehr Bodenfeuchte) • Landwirtschaftliche Produktion (Entwässerung, Bewässerung) • Hochwasserschutz: Spitzenablässe bei Hochwasser abflachen • Grundwasserspeicher auffüllen • Stabilität bei Hanglagen •Gewässerschutz bei organischen Böden |
| Kosten und Finanzierung | Investitionen und Unterhaltskosten: • Bei bestehenden Regelwerken nur geringe Mehrkosten • Muss ein Regelwerk erstellt werden, muss dieses situationsspezifisch berechnet werden |
| Beiträge Ressourcenprojekt Slow Water | 80% der Erstellungskosten |
| Ausführungszeitpunkt | Ganzjährig möglich; Erdarbeiten vorzugsweise frostfrei und bei tragfähigem Boden (Bodenschutz beachten) |
| Technische Bedingungen und Planung | Technische Bedingungen: Smarte Drainagen sollen im Gegensatz zu herkömmlichen Drainagen mit einem Schieber ausgestattet sein. Dieser ist verstellbar, um je nachdem das Wasser in der Drainageleitung zurückzubehalten oder abzuführen. Der Öffnungsmechanismus erfolgt über eine Steuerung, welche Informationen über Temperatur und Niederschlag empfängt und anhand dessen den Schieber öffnet oder schliesst. Somit wird der Nutzen von Drainagen innovativ erweitert und sie dienen nicht mehr nur dazu das Wasser abzuleiten, sondern auch als Regelung für die Wasserspeicherung. Planung: Um Drainagesteuerungen einzuführen, respektive sie fördern zu können, müssen die Grundlagen bekannt sein (Bodenkartierung, Gefährdungskarten Hochwasser, Technik, Management, etc.). |
| Pflege, Unterhalt und Nutzung | Pflege / Unterhalt: • Zielpegel nach Kultur und Witterung einstellen • Nach Starkregen Ein- und Ausläufe reinigen, Funktion der Schieber prüfen; Pegel beobachten. • Deckel/Dichtung und Pufferzonen regelmässig prüfen. Nutzung: Verlangsamung von Wasser |
| Rechtliche Aspekte (Raumplanung, Bewilligungen) | Rechtliche Aspekte: • Regelwerk und Schieber sind in der Grundwasserschutzzone nicht zugelassen, aber im Gewässerraum zulässig, soweit standortgebunden und im öffentlichen Interesse • Abflussprofil von Fliessgewässern darf nicht durch Regelwerk vermindert werden • Keine Absenkung des Grundwasserspiegels erlaubt |
| Kontrolle | Ausführungskontrolle nach Erstellung |
| Synergien / Zielkonflikte / Schnittstellen | Synergien: • Hochwasserentlastung Zielkonflikte: • Mögliche Vernässung Schnittstelle: • Bodenverbesserungen / Meliorationen • Drainagesanierungen koordiniert planen |
| Kontakte Expertise | TerrAquat |
Keyline-Design

| Nr. | Slow Water M07 |
| Beschreibung | In einem Keyline-Design werden Gräben (wie Massnahme M4 Versickerungsgräben) entlang der Geländekontur angelegt. Keyline-Design bremst den Oberflächenabfluss, dämpft die Abflussspitzen, lässt Regenwasser besser versickern und vermindert Erosion. Gräben können zur Wasserleitung an einen Speicher- oder Versickerungsort genutzt werden (von Feuchtbereich/Abflussbereich zu Trockenbereich/Bewässerungsbereich). Sie können divers mit Bäumen oder Hecken kombiniert werden, wodurch die Wirkung verstärkt wird. Die Gräben werden innerhalb der Produktionsflächen integriert, wobei die Abstände dazwischen je nach Maschinenbreite variieren. |
| Wirkung und Umsetzung | Das Regenwasser und der Oberflächenabfluss werden gebremst und in Gräben aufgefangen. Dadurch lassen sich Abflussspitzen dämpfen, Wasser zurückhalten und die Versickerung fördern. Das gespeicherte Wasser steht den Kulturen länger zur Verfügung, speist das Grundwasser und erhöht die Bodenfeuchtigkeit. In Trockenperioden reduziert sich der Bewässerungsbedarf und Quellen und Bäche versiegen weniger rasch. Die Gräben werden mit einem leichten Gefälle von 0 bis maximal 4° angelegt, so dass Wasser gezielt von feuchteren in trockenere Bereiche der Parzelle geleitet werden kann. Überschüssiges Wasser kann über Drainagen abgeführt oder in einen Retentionsteich geleitet werden. Um die Wirkung der Wasserretention zu maximieren, sollten die Gräben eine Mindestkantenhöhe von 30 cm aufweisen. So ist ein Nachgraben erst nach mehreren Jahren erforderlich. Ein leichter Sedimenteintrag aus höher gelegenen Flächen ist normal. Die Grabenform ist an das Mäh- oder Beweidungssystem anzupassen (z. B. in liegender Z-Form). Wirkung ausserhalb Wasserretention: • Ertragssicherung • Erosionsminderung |
| Kosten und Finanzierung | Investitionskosten: • Planung Fr. 10.-/m, • Erstellung CHF 10.-/ m. Anschliessend offener Boden ansäen (z.B. 300-er Mischung) Unterhalt: • Unterwuchs mähen (ausmähen Bepflanzungen und Grabenunterkante z.B. mit Balkenmäher, Schwenkarmmulcher) • Erforderliches Nachbaggern variiert je nach Menge an Sedimenteintrag und Kantenhöhe (Turnus von 3 bis 5 Jahre). |
| Beiträge Ressourcenprojekt Slow Water | Übernahme von 80 % der Planungskosten sowie 60 % Beitrag (maximal CHF 6.–/m) an die Erstellungskosten. Maximal 5’000 m finanzierte Retentionsgräben. |
| Bemerkungen | Eine Kombination mit der Massnahme Agroforst ist sinnvoll. Bäume und Hecken auf dem aufgeschütteten Graben hangabwärts pflanzen. Die Umsetzung eines Keyline-Designs erfordert detaillierte Planung (Planungsbüro beiziehen). Die Bewilligungspflicht variiert je nach Kanton. |
| Ausführungszeitpunkt | Spätsommer bis Frühherbst bei tragfähigen Böden und niedrigen Wasserständen. Vor dem Winter begrünen. |
| Technische Bedingungen und Planung | Technische Bedingungen: • Abklärung von Bodenaufbau und Grundwasserverhältnissen, damit das Wasser sicher und wirksam versickern kann, ohne das Grundwasser zu gefährden • Bestehende Geländestrukturen nutzen und hangseitig von Bewirtschaftungswegen • Anlage nutzungsorientiert • Keine festen Regeln aber Bemessung von Länge und Querschnitt kann abgeleitet werden durch die Einleitmenge, Entleerungszeit (Ziel 24 – 48 h) und Infiltrationsrate • Einstautiefe standortspezifisch • Dämme oder Abflussperren können angelegt werden, evtl. mit verschliessbaren Schächten für Entwässerung/Vernässung. Planung: GPS, Beratungsfirma oder Beratungsperson, Baufirma zum umsetzen |
| Pflege, Unterhalt und Nutzung | Pflege / Unterhalt • 2-mal / Jahr oder nach Starkregen allfällige Einläufe und Notüberläufe kontrollieren und eventuell reinigen • 1-mal / Jahr mähen • Bei nachlassender Versickerung Boden leicht auflockern Nutzung: • Wasser dorthin leiten, wo es gebraucht wird |
| Rechtliche Aspekte (Raumplanung, Bewilligungen) | Abzuklären je nach Kanton und Ausführung: • Allfällige Melde- oder Bewilligungspflicht mit Gemeinde/Kanton GSchG/GSchV-Grundsatz: • Sohle ≥ 1 m über Grundwasserhochstand: Zwischen Muldenboden und höchstem jahreszeitlichem Grundwasserstand bleibt mind. 1 m ungesättigte Bodenzone als natürliche Filter- und Schutzstrecke. • Nicht in S1/S2: In den Trinkwasser-Schutzzonen S1 und S2 sind Versickerungsanlagen in der Regel nicht zulässig, um Fassungen und Grundwasser vor Einträgen zu schützen. |
| Kontrolle | Ausführungskontrolle nach Erstellung |
| Synergien / Zielkonflikte / Schnittstellen | Synergien: • mit Biodiversität • Landschaftsbild/Vernetzung • Phosphorgehalt in Seen • Bodenerosion • Nutzung als Hochwasserentlastung von Bächen • Hecken auf Höhenlinien Zielkonflikte: • Flächenbedarf und Pflegeaufwand Schnittstellen: • Agroforst, Hecken • Kombination mit bestehenden Drainagesystemen ist möglich |
| Kontakte Expertise | • Landschaftsarchitektur-Büro ecovia, Permakultur-Beratung, Ondaka • Ingenieurbüro im Wasserbau: Emch+Berger, Basler & Hofmann, Holinger AG, Ingenieurbüro Götz • Garten- und Landschaftsbau mit Wasserbau-Kompetenz: Eberhard – Referenz HWRB/Retentionsbecken, Steiner Garten- und Teichbau • Kantonale Behörden, z.B. LAWA (LU) oder Ebenrain (BL) • Weitere Anbieter siehe entsprechende Websites. |
| Weitere Links | • BAFU – Bodenschutz beim Bauen (Vollzugshilfe) – Bodenschutzkonzept, Erdarbeiten, Lagerung/Wiedereinbau. • LAWA LU – Merkblatt Wasserretentionsmassnahmen in der Landwirtschaft. Anforderungen und Bedingungen für eine Bewilligung von Baugesuchen. • Agripedia – Wasserretention: Praxisnahe Infos zu Retention/Speicherung im Agrarumfeld. |
Quelle Grafiken Hydrotechnische Massnahmen: Slow Water, Ausarbeitung: ecovia GmbH Landschaftsarchitektur
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